Aktualisiert 07.11.2013 21:39

Leser-Kommentare

«Juhui, noch mehr Smartphone-Zombies»

Die SBB stocken in Sachen Handy-Empfang im Zug und Wi-Fi an den Bahnhöfen auf. Dies klingt nach einer guten Nachricht, jedoch macht sie nicht alle Zugfahrer glücklich.

von
hum

«Für unsere Kundinnen und Kunden sind Verbindungen aus dem Zug und in den Zug in Zukunft mindestens gleich wichtig wie die Verbindung mit dem Zug». Mit dieser Aussage trifft Andreas Meyer, CEO der SBB, wohl den Nagel auf den Kopf. Deshalb rüsten die Bundesbahnen an Bahnhöfen und in den Zügen auf. Bis Ende 2015 werden die hundert meistfrequentierten Bahnhöfe über gratis WLAN verfügen. Bereits ein Jahr früher sollten alle Fernverkehr-Wagen 3G/4G-Signalverstärker erhalten, die das Handynetz auf diesen Strecken verbessern. Damit verzichtet die SBB bewusst auf freies Internet im Zug.

Roaming-Gebühren bleiben

37% der knapp 5000 Umfrageteilnehmer sind mit den Neuerungen zufrieden. Sie halten es für sinnvoller, dass der Handy-Empfang gewährleistet ist, als dass Wi-Fi im Zug angeboten wird. Knapp dahinter sind die 35%, die nicht verstehen, weshalb die SBB nicht auf den Internet-Zug aufgesprungen sind. Zu ihnen gehört auch Leser R. F.: «Ich persönlich besitze kein internetfähiges Gerät, das eine Handyantenne hat - trotzdem ist Internet unterwegs wichtig, denn ich reise mit dem Laptop.» Diese Meinung teilen viele Zugfahrer, denn nicht jeder verfügt über unbeschränkten Internetzugang mit seinem Smartphone. So auch Leser Tino S., der zwar ein Smartphone besitzt, aber lediglich eine Pre-Paid-Karte hat: «Da nützt 4G wenig». Rémy G. nennt zudem ein weiteres Problem: «Ausländer müssten sich noch Roaming-Gebühren leisten.» Dies im Gegensatz zu beispielsweise den Österreicher Railjets, die bereits seit 2012 alle mit Gratis-WLAN ausgestattet sind.

Noch mehr Handy-Zombies

Den restlichen 28% der Umfrageteilnehmer ist diese Diskussion ganz egal. Sie wollen und erwarten von den SBB nur Sitzplätze im Zug. So auch Leser «Pendler», der meint: «Mir wäre mit einem Sitzplatz, pünktlichen Zügen und nicht ständig steigenden Preisen gedient. Für Internet kann ich selber schauen und zahlen. Die SBB sollen sich bitte um ihr Kerngeschäft kümmern.» Knapp 300 Leser sind der selben Meinung wie «Pendler» und haben seinen Kommentar mit einem «Daumen-Hoch» bewertet. Dass die Zugbillett-Preise durch die zusätzlichen Investitionen steigen, ist eine Angst vieler 20Minuten-Leser. «DSS.S» beispielsweise fragt: «Wird das dann die massive Preiserhöhung der Billette legitimieren?» Dazu ist allerdings nichts bekannt. Andere haben hingegen Angst vor Handy-Untoten. «Juhui, noch mehr Smartphone-Zombies, die den Bahnsteig verstopfen und nicht aufpassen, wo sie hin laufen», meint Leser «Schato Brion».

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