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Juli-Hitze hat Blutsauger plattgemacht

Die grosse Trockenheit im Juni und Juli hat auch den Mücken zu schaffen gemacht. Weil es im Sommer so trocken war, konnten die Mückenlarven nicht überleben. Auch im Spätsommer werden die lästigen Insekten grösstenteils ausbleiben.

Dank der Trockenperiode im vergangenen Juni und Juli ist die Schweiz dieses Jahr von einer Mückenplage verschont geblieben.

Die Blutsauger werden auch im Spätsommer ausbleiben, weil ihre Larven in den verdunsteten Pfützen verendeten. Nächstes Jahr könne aber alles wieder anders werden, betonten die Fachleute.

Die Stechmücken haben arg unter der Trockenheit der letzten Monate gelitten, wie Hans Briegel, emeritierter Professor des Zoologischen Instituts Zürich, sagte. Ohne die ausreichende Feuchtigkeit zwischen April und Juli können sich die Mückeneier im Boden nicht zu Larven entwickeln. Nach dieser Metamorphose leben die Mückenlarven in seichten, stehenden Gewässern. Doch unter der Hitze trockneten solche Pfützen aus, allenfalls vorhandene Larven verendeten. Auch der Basler Zoologieprofessor Dieter Ebert sagte, angesichts der grossen Trockenheit sei der Schluss nahe liegend, dass in der Schweiz weniger Mücken als üblich flögen.

Die Regenfälle Anfang August kamen gemäss Briegel schlicht zu spät für die Mücken. Das lasse aber keine Vorhersage für 2007 zu, denn die ausreichend gelegten Eier im Boden könnten ein Jahr gut überdauern.

Für den Leiter des Schweizerischen Zentrums für Kartografie der Fauna (SZKF) in Neuenburg, Yves Gonseth, können subjektive Eindrücke über die Mücken durchaus für eine Region zutreffen. Sie müssten aber nicht zwingend für die ganze Schweiz gelten. Denn wo genügend Wasser vorhanden war - etwa in Sumpfgebieten oder Marschland - erwärmte sich dieses in der Hitze und beschleunigte nach Gonseth die Entwicklung der Mücken sogar. Dies sei zum Beispiel am Neuenburgersee der Fall gewesen. Über genaue Daten verfügt jedoch auch das Zentrum nicht. (dapd)

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