Hartnäckige Aktivistin: Julia verbietet «Seventeen» das Photoshoppen
Aktualisiert

Hartnäckige AktivistinJulia verbietet «Seventeen» das Photoshoppen

Die 14-jährige Julia Bluhm wollte nicht, dass sich Mädchen von gefakten Model-Körpern blenden lassen. Ein Magazin beschloss nun auf ihr Drängen hin, seine Bilder nicht mehr aufzumotzen.

von
C. Steiner

Keine zu klein, Aktivistin zu sein. Anstatt sich auf die Suche nach dem perfekten Victoria's-Secret-BH zu machen, nahm sich Julia Bluhm das «Seventeen» Magazin zur Brust. Denn das Mädchen sorgt sich um die Auswirkung unrealistischer Körper-Ideale auf die Psyche ihrer Altersgenossinen.

Auf der Plattform «Change.org» startete die Amerikanerin im Mai eine Petition, in der sie die Herausgeber der beliebten Teenie-Zeitschrift aufforderte, keine bearbeiteten Model-Bilder mehr zu veröffentlichen. Wenige Wochen und über 80 000 Unterschriften aus aller Welt später gibt das Blatt aus dem Hearst-Verlag nach. In der August-Ausgabe verpflichet sich die Chefredaktorin Ann Shoket in einem Abkommen, keine Körper und Gesichter digital zu verändern und auch keine Models mehr zu zeigen, die zu mager sind.

Hübsch synonym mit dürr

Die Idee zur Initiative kam der Schülerin im Ballet-Untericht, wo der Druck, perfekt auszusehen und dünn zu sein, immens gross war. Aber nicht nur dort. «Für Mädchen heutzutage ist das Wort hübsch synonym mit dünn und pickelfrei. Aber warum ist das so, wenn nur ganz wenige Mädchen in eine so eng gefasste Kategorie fallen? Es sind die Medien, die uns sagen, dass ‹hübsche› Mädchen extrem dünn und perfekt sind», so Bluhm auf der Petitions-Website.

Bluhm ist Teil einer nationalen, von jungen Frauen angeführten Bewegung namens SPARK, die sich gegen die Sexualisierung von Mädchen in den Medien stark macht. Sie richtet ihren Appell aber auch an andere Unternehmen wie zum Beispiel Spielzeughersteller, die mit ihren Produkten oder Werbekampagnen das Selbstbild von Teenagern negativ beeinflussen.

Für die Amerikanerin und ihre Mitstreiterinnen ist der Erfolg ihrer «Seventeen»-Initiative aber längst nicht genug. Mit einer zweiten Petition wollen die jungen Frauen nun auch die Zeitschrift «Teen Vogue» zu einem öffentlichen Bekenntnis gegen unrealistische Ideale und retouchierte Modelkörper bewegen.

Wer dieses Vorhaben unterstützen will, kann das hier tun.

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