Wegen Stress – Julian Assange erlitt im Gefängnis einen Schlaganfall
Publiziert

Wegen StressJulian Assange erlitt im Gefängnis einen Schlaganfall

Der in Grossbritannien inhaftierte Wikileaks-Gründer Julian Assange hat nach Angaben seiner Verlobten im Gefängnis einen leichten Schlaganfall erlitten. Stella Moris befürchtet nun einen weiteren, schwereren Anfall.

1 / 5
Wikileaks-Gründer Julian Assange drohen in den USA bis zu 175 Jahre Gefängnis.

Wikileaks-Gründer Julian Assange drohen in den USA bis zu 175 Jahre Gefängnis.

AFP
Seine Verlobte Stella Moris sagte den Medien in Grossbritannien, dass der Wikileaks-Gründer Ende Oktober 2021 im Gefängnis einen leichten Schlaganfall erlitten habe.

Seine Verlobte Stella Moris sagte den Medien in Grossbritannien, dass der Wikileaks-Gründer Ende Oktober 2021 im Gefängnis einen leichten Schlaganfall erlitten habe.

AFP
Wikileaks war 2010 berühmt geworden, als die Plattform geheime Videoaufnahmen eines US-Luftangriffs im Irak 2007 publizierte, bei dem auch Zivilisten und Zivilistinnen zu Tode kamen.

Wikileaks war 2010 berühmt geworden, als die Plattform geheime Videoaufnahmen eines US-Luftangriffs im Irak 2007 publizierte, bei dem auch Zivilisten und Zivilistinnen zu Tode kamen.

REUTERS

Darum gehts

  • Der Wikileaks-Gründer Julian Assange erlitt laut seiner Verlobten eine sogenannte transitorische ischämische Attacke, bei der die Blutversorgung des Gehirns zeitweise unterbrochen wird.

  • «Ich denke, dieses ständige Schachspiel, Kampf nach Kampf, der extreme Stress ist es, was Julians Schlaganfall ausgelöst hat», sagte Verlobte Stella Moris.

  • Sie fordert seine sofortige Freilassung.

Wikileaks-Gründer Julian Assange hat einem Medienbericht zufolge Ende Oktober im Gefängnis einen leichten Schlaganfall erlitten. Seine Verlobte Stella Moris mache dafür extremen Stress verantwortlich, den der Kampf gegen die Auslieferung in die USA verursacht habe, berichtete die britische Zeitung «The Mail on Sunday». Der 50-Jährige habe demnach ein hängendes rechtes Augenlid, Gedächtnisprobleme und Anzeichen neurologischer Schäden davongetragen.

Moris wurde mit den Worten zitiert, sie fürchte, dass dieser Mini-Schlaganfall der Vorbote für einen grösseren sei. Sie selbst teilte den Link zum Bericht auf Twitter. «Er muss befreit werden. Jetzt», schrieb sie dazu.

Schlaganfall im Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh

Der Schlaganfall ereignete sich der Zeitung zufolge am 27. Oktober – an dem Tag war das Auslieferungsverfahren gegen den gebürtigen Australier vor einem Berufungsgericht weitergegangen. Assange erschien damals im Laufe der Anhörung überraschend per Videoschalte, um die Anhörung aus dem Gefängnis zu verfolgen, nachdem ihn sein Anwalt zuvor entschuldigt hatte. Die Medikamente des 50-Jährigen seien neu dosiert worden, er fühle sich gesundheitlich nicht in der Lage, das Verfahren zu verfolgen, hiess es zu dem Zeitpunkt.

Assange sitzt seit über zwei Jahren im Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh. Die US-Justiz strebt seine Auslieferung an, um ihm wegen Spionagevorwürfen den Prozess machen zu können. Vorgeworfen wird ihm, mit der Whistleblowerin Chelsea Manning geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan gestohlen und veröffentlicht zu haben. Ihm drohen in den USA bis zu 175 Jahre Haft.

Auslieferung an die USA jederzeit möglich

Das Londoner Berufungsgericht hat das Auslieferungsverbot an die USA am Freitag aufgehoben. Assange muss nun damit rechnen, doch noch an die Vereinigten Staaten ausgeliefert zu werden. Assanges Verteidiger kündigten an, die Entscheidung anfechten zu wollen.

«Seine Inhaftierung hat einen katastrophalen Effekt auf seine Gesundheit», sagte Stella Moris am Sonntag der Nachrichtenagentur PA. Die US-Regierung habe geplant, ihn zu töten und einen Weg dafür gefunden: den britischen Staat dazu zu bringen, den Henker zu spielen.

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

(DPA/kle)

Deine Meinung

15 Kommentare