Aktualisiert 17.09.2012 18:07

Unbeflecktes VerhängnisJulian Assanges DNA ist nicht auf dem Kondom

Überraschende Wende im Fall Assange: Forensiker haben auf einem der Kondome, das mit der Vergewaltigungs-Anzeige eingereicht wurde, keine DNA des Wikileaks-Gründers nachweisen können.

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Julian Assange hat bisher jegliche Vergewaltigungsvorwürfe gegen ihn abgestritten. Nun könnte ihm der jüngste Polizeibericht aus Schweden Recht geben: Zwei voneinander unabhängige forensische Labore behaupten, keine DNA-Spuren von Julian Assange auf dem Kondom gefunden zu haben, das im Verfahren gegen den Wikileaks-Gründer als Beweismittel eingereicht worden war.

Im Oktober 2010 hatten Assange zwei Frauen in Stockholm wegen Vergewaltigung angezeigt. Im 100-seitigen Bericht wird jetzt die Aussage des ersten Opfers, die heute 33 Jahre alte Anna A., arg infrage gestellt. A. hatte Assange beschuldigt, das Präservativ während des einvernehmlichen Geschlechtsverkehrs in der Nacht vom 14. August 2010 absichtlich aufgerissen zu haben – was in Schweden einer Vergewaltigung gleichkommt. Doch das mangelnde DNA könnte darauf hindeuten, dass das von A. eingereichte Kondom gar nicht von Assange benutzt wurde. Mit anderen Worten: Das Beweismittel ist ein Fake.

Die Aussagen von Opfer Nummer zwei haben Lücken

Auch das zweite Opfer, die 29-jährige Sophie W., soll sich bei ihrer Anzeige in Widersprüche verwickelt haben, sagte Julian Assanges Anwalt gegenüber der britischen Presse, nachdem ihm Einblick in die Dokumente gewährt wurde. Opfer W. hatte in seiner Anzeige angegeben, geschützten Sex mit Assange gehabt zu haben. Am Morgen des 17. August 2010 sei es erneut zum Geschlechtsverkehr gekommen, während die Frau schlief - diesmal habe Assange kein Kondom benutzt. Die Polizistin, die die Anzeige damals aufgenommen hat, sagte jedoch in ihrer Einvernahme, dass W. angegeben habe, dies nicht störend gefunden zu haben. Laut den forensischen Untersuchungen sind Assanges DNA-Spuren am Kondom von W. zu finden.

Die schwedische Staatsanwaltschaft wollte die Resultate der Labore nicht kommentieren. Der Fall sei noch offen, hiess es aus Stockholm. Offiziell hat sie noch keine Anklage gegen Julian Assange erhoben, bislang wird nur gegen ihn ermittelt. Dennoch wehrt sich der Wikileaks-Gründer gegen seine Auslieferung von Grossbritannien nach Schweden. Er fürchtet, von dort an die USA ausgeliefert zu werden und sieht sich als Opfer eines Komplotts.

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