Anti-Schwulen-Stimmung: Jung-SVPler hetzt gegen Schwule
Aktualisiert

Anti-Schwulen-StimmungJung-SVPler hetzt gegen Schwule

Die Walliser Jung-SVP und ein katholischer Jugendverein verbreiten Anti-Schwulen-Stimmung. SF-Moderator Patrick Rohr ist entsetzt.

von
Désirée Pomper

«Als ich 13 war, erfasste mich eine schreckliche Krankheit: die Homosexualität. Doch Gott befreite mich vom Dämon», schreibt Etienne auf der Homepage der «Déjeune qui prie». Die Walliser Katholikenvereinigung brüstet sich mit Einträgen wie diesen, Homosexuelle erfolgreich zu bekehren.

Auch Grégory Logean, Co-Präsident der Walliser Jung-SVP, ist den Schwulen und Lesben nicht gerade wohlgesinnt. In einem Communiqué geisselt er gleichgeschlechtliche Lebensweise als «abnormales Verhalten». Und er warnt: «Eine Gesellschaft, die keine Nachkommen produziert, wird durch ein anderes Volk ersetzt.» SVP-Nationalrat Oskar Freysinger – ebenfalls Walliser – unterstützt seinen Schützling: «Wir werden von den geburtenstarken islamischen Ländern in die Enge getrieben». Um diesen Prozess aufzuhalten, fordert Logean, «Homosexualität an den Schulen nicht länger zu banalisieren».

Der Kommunikationsberater und geoutete Walliser Homosexuelle Patrick Rohr ist entsetzt: «Ich kann kaum glauben, dass ein Nationalrat und Lehrer wie Freysinger in einem Land, das von Toleranz geprägt ist, so einen Bullshit unterstützt. Zum Glück sind diese Leute zu unwichtig, um sie ernst zu nehmen.» Andererseits sei es bekannt, dass es im Unterwallis extreme rechtskatholische Tendenzen gebe, so Rohr. Auch die Schwulenorganisation Pink Cross ist empört. Doch fehlt ihnen die Grundlage rechtlich gegen die Walliser SVP vorzugehen. Auch vom Parteipräsidenten Toni Brunner haben sie keine Konsequenzen zu befürchten: Brunner wollte sich zu ihren Aussagen nicht äussern.

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