Analyse nach der Wahl: Jung und männlich – das Profil der AfD-Wähler
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Analyse nach der WahlJung und männlich – das Profil der AfD-Wähler

Die rechtspopulistische AfD hat bei den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg stark zulegt. Besonders geholfen haben jene Wähler, die sonst nie an die Urnen gehen.

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Bei den Landtagswahlen hat die AfD ihr Ergebnis in Sachsen fast verdreifacht, in Brandenburg verdoppelt.

Bei den Landtagswahlen hat die AfD ihr Ergebnis in Sachsen fast verdreifacht, in Brandenburg verdoppelt.

AP/Markus Schreiber
In Sachsen wählten 246000 ehemalige Nichtwähler die AfD.

In Sachsen wählten 246000 ehemalige Nichtwähler die AfD.

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In this Thursday, Aug. 15, 2019 photo, a crowd of people attend an election campaign rally of German Alternative for Germany, AfD, party for the Saxony state elections in Bautzen, Germany. Two elections in eastern Germany's states Brandenburg and Saxony on Sept. 1, 2019, look set to bring big gains for the far-right Alternative for Germany party and another blow to the traditional parties that form the national government. (AP Photo/Markus Schreiber)

In this Thursday, Aug. 15, 2019 photo, a crowd of people attend an election campaign rally of German Alternative for Germany, AfD, party for the Saxony state elections in Bautzen, Germany. Two elections in eastern Germany's states Brandenburg and Saxony on Sept. 1, 2019, look set to bring big gains for the far-right Alternative for Germany party and another blow to the traditional parties that form the national government. (AP Photo/Markus Schreiber)

kein Anbieter/Markus Schreiber

Die AfD sieht nach dem Erfolg bei den Landtagswahlen ihre Position in der deutschen Parteienlandschaft gestärkt. «Wir etablieren uns damit als Volkspartei», sagte Parteichef Jörg Meuthen am Montag. Der Ko-Vorsitzende Alexander Gauland sagte, die AfD habe in Sachsen und Brandenburg ein Ergebnis erzielt, «das nicht zulässt, uns auf Dauer in irgendeiner Weise aussen vor zu lassen».

Die AfD kam dank massiver Stimmenzuwächse jeweils auf Platz zwei - in Sachsen hinter der CDU und in Brandenburg hinter der SPD. In Sachsen erreichte sie mit 27,5 Prozent ihr bislang bestes Ergebnis bei einer Wahl überhaupt.

Sachsen: Fast eine Viertelmillion Neuwähler mobilisiert

Wie «Spiegel» berichtet, hat die AfD so stark wie keine andere Partei von der gestiegenen Wahlbeteiligung profitiert. Rund 40 Prozent der Stimmen kamen von früheren Nichtwählern.

Das Wahlforschungsinstitut Infratest dimap hat die Zahl auf Grundlage eigener Befragungen und des vorläufigen Endergebnisses berechnet. Demnach gewann die AfD in Sachsen 246'000 ehemalige Nichtwähler. Mit diesem Zuwachs hat die Partei die absolute Zahl ihrer Wähler mehr als verdreifacht. Rund 80'000 Wähler holten die Rechtsextremen beim direkten Konkurrenten: Diese hatten zuletzt für die CDU gestimmt.

Bei jüngeren Wählern ist die Partei in Sachsen überraschend stark

Ein Blick auf die Wählergruppen in Sachsen zeigt, dass die AfD in vier von sechs Altersgruppen vorn liegt. In der Gruppe der Ü60 fallen die Rechtspopulisten zwar zurück, dafür sind sie bei den jungen Wählern besonders stark. Zwar erreicht die Partei in der Gruppe der 18- bis 24-Jährigen ihren schwächsten Wert, so der «Spiegel» - für Platz eins reicht das aber trotzdem.

Brandenburg: Stimmen der CDU, der Linken und der SPD gewonnen

Auch in Brandenburg mobilisierte die AfD rund 100'000 frühere Nichtwähler. Ausserdem wechselten knapp 30'000 frühere CDU-Wähler zu ihr, zudem kamen Stimmen aus dem bisherigen SPD- und Linken-Lager. Damit holte die Partei in absoluten Zahlen mehr als doppelt so viele Wähler wie 2014.

Männer wählen AfD

Die AfD verdankt ihr Ergebnis in beiden Bundesländern vor allem männlichen Wählern. In Sachsen wählten 32 Prozent der Männer die Rechtspopulisten, dagegen nur 22 Prozent der Frauen. Bei allen anderen Parteien beträgt der Unterschied zwischen den Geschlechtern maximal einen Prozentpunkt - mit Ausnahme der CDU: Sie konnte bei 35 Prozent der Wählerinnen punkten und nur bei 29 Prozent der Wähler.

Sowohl in Sachsen wie auch in Brandenburg erreichen die Rechtspopulisten zudem Platz eins bei Menschen mit mittlerer Bildung: Im Durchschnitt stimmten 35 Prozent der Wähler für die AfD.

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