Aktualisiert 16.03.2006 09:15

Jung und psychisch krank

Die Zahl der Jugendlichen, die psychisch erkranken und deshalb eine IV-Rente beziehen ist dramatisch angestiegen. Die Schweiz ist europaweit führend.

Dies zeigt eine Untersuchung des Bundesamts für Sozialversicherung (BSV), die dem Nachrichtenmagazin «Facts» vorliegt. So erhielten im Jahr 2004 neu 1525 Personen im Alter von 18 bis 30 Jahren als psychisch Erkrankte eine IV-Rente. Gegenüber 2000 entspricht dies einer Zunahme von 16%. Bei den 18- bis 19-Jährigen hat diese Zahl sogar um 40% zugenommen; bei den über 30-Jährigen hingegen nur um 14%.

46% der Neurentnerinnen und 37% der Neurentner aller Altersklassen erhielten die Rente aus psychischen Gründen. Damit erreicht die Schweiz die höchste Quote aller untersuchten Länder. In Deutschland etwa liegt dieser Anteil bei den Frauen bei 35,7% und bei den Männern bei 23,4%. «Bei den unter 30-Jährigen haben wir die höchsten Wachstumsraten an Neuberentungen aus psychischen Gründen», präzisierte Alard du Bois-Reymond vom BSV.

Darüber sei er sehr besorgt: Diese Gruppe sei die teuerste, da wohl Tausende junger Menschen bis zu 40 Jahren in der IV bleiben würden. Zudem: «Wer schon so jung IV-Rentner ist, verliert jegliche Perspektive», so Du Bois-Reymond. Einmal in der Rentenfalle, sei diese zu.

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