Todesfall in London: Jungbanker schuftet sich zu Tode
Aktualisiert

Todesfall in LondonJungbanker schuftet sich zu Tode

Der 21-jährige Moritz E. hat sich laut Medienberichten zu Tode geschuftet. Der Deutsche arbeitete bei der Investmentbank Merrill Lynch in London. Bekannte erzählen.

Moritz E.: Er wollte in der Finanzbranche hoch hinaus - und scheiterte tragisch.

Moritz E.: Er wollte in der Finanzbranche hoch hinaus - und scheiterte tragisch.

Moritz E. wollte in der Finanzbranche hoch hinaus - und bezahlt mit seinem Leben. Am vergangenen Donnerstag wurde der Deutsche tot in seinem Studentenwohnheim Claredale House im Londoner Stadtteil Bethnal Green aufgefunden. Das berichtet der Nachrichtensender N24.

Woran der 21-Jährige, der in Staufen im Breisgau zur Schule ging, starb, ist zurzeit noch unklar. Die Ermittler schliessen ein Verbrechen aus. Klar ist indessen: Moritz E. hatte bei der Investmentbank Merrill Lynch einen begehrten Platz als Praktikant ergattert. Sieben Wochen lang durfte er hautnah miterleben, wie die Finanzbranche tickt, wie schnell investiert und spekuliert wird.

Tagelang nicht nach Hause gekommen

Der plötzliche Tod des jungen Mannes sorgt in Grossbritannien und in Londons Finanzdistrikt für Schlagzeilen. US-Medien wie die «Huffington Post» und der Finanzdienstleister «Bloomberg» haben den Fall ebenfalls aufgegriffen. Die Tageszeitung «The Daily Mail» berichtet, dass sich Moritz E. buchstäblich zu Tode gearbeitet habe.

Im Netz schiessen die Spekulationen ins Kraut: War der Stress am Ende so gross, der Druck so enorm, dass er einen Schlaganfall erlitt und unter der Dusche kollabierte? Dort fanden ihn laut Medienberichten am Donnerstagabend Mitbewohner.

Moritz E. soll an Epilepsie gelitten, regelmässig Überstunden bei Merrill Lynch gemacht haben und oft tagelang nicht nach Hause gekommen sein. Einer seiner Mitbewohner sagte der Tageszeitung «Evening Standard»: «Offenbar hat er in zwei Wochen achtmal durchgearbeitet. Vielleicht war das am Ende alles zu viel für ihn.» (20 Minuten)

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