Jungbürger-Feier: Wodka-Redbull um 8.30 Uhr
Aktualisiert

Jungbürger-Feier: Wodka-Redbull um 8.30 Uhr

Schätzungsweise ein Drittel der 350 St. Galler Jungbürger war schon gestern Morgen alkoholisiert. Die Stadt als Gastgeberin des Jungbürgertags prüft für nächstes Jahr Massnahmen.

Gestern Morgen, 8.30 Uhr: Im Bus Nummer 7 zum Stadttheater steht eine Gruppe Jugendlicher mit einer Flasche Wodka, vier Dosen Redbull und einem Sixpack Bier.

Jolend und lachend stossen sie an. Die offensichtlich Angetrunkenen sind unterwegs zum Jungbürgertag.

10.30 Uhr, im Zuschauerraum des Stadttheaters: Auch Sämi, Simon und Thomas haben ihr erstes Bier bereits um 8 Uhr getrunken. Die laufende Podiumsdiskussion mit einer 18-jährigen Mutter scheint sie nur am Rande zu interessieren. Simon und seine Freunde öffnen lieber noch ein weiteres Bier – es ist bereits ihr sechstes an diesem Morgen.

Die Problematik des übermässigen Alkoholkonsums am Jungbürgertag ist bekannt. So wurden eigens zwei Jugendarbeiter beigezogen, um notfalls einzugreifen. OK-Präsident Markus Benz steht vor einem Dilemma: «Einerseits sind die Jugendlichen mündig, andererseits können wir diesen enormen Alkoholkonsum nicht akzeptieren.» Ein generelles Alkoholverbot sei aber keine Lösung. Auch Stadtpräsident Franz Hagmann hat das Problem erkannt: «Wir haben ein Jahr Zeit, um allfällige Massnahmen zu treffen.»

Andrea Huser

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