Aktualisiert 09.10.2012 18:54

Opfer vom eigenen ErfolgJunge Basler müssen lange auf Beratung warten

Die Klienten der Basler Jugendberatung müssen lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Der Kanton weist jegliche Schuld von sich.

von
Samuel Hufschmid
Der BFA-Jugendberater Christoph Walter in seinem Büro.

Der BFA-Jugendberater Christoph Walter in seinem Büro.

Die Jugendberatung der Basler Freizeitaktion (BFA) bietet Jugendlichen mit Problemen kostenlos und unbürokratisch Hilfe an. Weil zu viele Jugendliche diesen Service in Anspruch nehmen, müssen die Klienten immer häufiger auf eine Warteliste gesetzt werden. Im letzten Jahr waren es 123 Jugendliche, die statt einer Beratung einen Platz auf der Warteliste erhielten, so «Der Sonntag». «Über 20 Jugendliche sind während der Wartezeit abgesprungen», sagt Jugendberater Christoph Walter. In diesem Jahr habe sich die Situation noch verschärft. «Wir haben beim Kanton mehrfach um zusätzliche finanzielle Mittel angefragt – leider ohne Erfolg.»

Hansjörg Lüking vom zuständigen Erziehungsdepartement kennt das Problem. Zusätzliche Mittel stünden aber nicht zur Verfügung. «Der Kanton unterstützt die BFA jährlich mit 3,2 Millionen Franken. Wie sie dieses Geld einsetzt, entscheidet die BFA selber.»

«Wir sind nicht bereit, bei den Jugendhäusern zu sparen, um damit die Jugendberatung zu finanzieren», sagt BFA-Geschäftsführer Albrecht Schönbucher. Ideal wäre für ihn eine Aufwandsentschädigung, was bedeuten würde, dass der Kanton bei grösserer Nachfrage automatisch mehr Geld bezahlt. «Wir planen mit der Sozialhilfe ein entsprechendes Pilotprojekt. Wenn es klappt, dann sind Wartelisten bei der Jugendberatung hoffentlich bald Vergangenheit.»

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