Uster ZH: Junge Frau entgeht nur knapp einem Zug-Crash

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Uster ZHJunge Frau entgeht nur knapp einem Zug-Crash

In Uster ist eine junge Autofahrerin zwischen die Bahnschranken geraten. Wenige Sekunden später näherte sich ein Zug.

von
jen

Der Zug kracht beinahe in den BMW.

Leser-Reporter Kastriot N.* (26) aus Uster war gerade auf dem Weg nach Hause. Als er vor einem Bahnübergang Uster-West warten musste, erblickte er einen BMW zwischen den Barrieren, die bereits unten waren. Neben dem Auto sei eine junge Frau gestanden. «Sie war panisch und hat verwirrt in der Gegend umhergeschaut», sagt N.

Derweil näherte sich von Uster her ein Zug. «Die Frau verwarf voller Schrecken die Hände», so N. Sie habe das Auto glücklicherweise auf dem anderen Gleis abgestellt gehabt. «Wäre aber ein Zug aus der anderen Richtung gekommen, wäre der BMW jetzt Schrott», so N. Als die Barrieren wieder hochgingen, sei die junge Frau in ihr Auto gestiegen und weggefahren.

Stadtpolizei wird ermitteln

Immer wieder kommt es in Uster – wo es insgesamt fünf Bahnübergänge gibt – zu Vorfällen, bei denen Autofahrer zwischen die Bahnbarrieren geraten. Im Januar fuhr eine S-Bahn am Bahnübergang an der Bahnhofstrasse in ein Auto. Zuvor war eine Frau mit dem Auto zwischen den Barrieren steckengeblieben und daraufhin ausgestiegen. Ein Mann eilte zu Hilfe und wollte das Auto wegfahren – doch es klappte nicht rechtzeitig: Der Zug prallte in das Auto, während der Mann immer noch im Auto sass.

Hier rammt die S-Bahn das Auto

Ein Leservideo zeigt den Moment der Kollision beim Unfall in Uster.

Das Video zeigt den Moment, als die S-Bahn ins Auto krachte.

Der Stadtpolizei Uster ist das Problem bekannt, dass immer wieder Autofahrer Bahnübergänge bei schliessender Barriere noch passieren wollen. Kommandant Andreas Baumgartner sagt: «Wir haben seit dem Vorfall im Januar die Kontrollen an den Bahnübergängen verschärft. Insbesondere nehmen sich Bike Police und Fusspatrouillen der Verkehrssicherheit bei Ustermer Barrieren an.»

Busse oder Anzeige, wenn man nicht anhält

Grundsätzlich sei jeder Autofahrer aber selber verantwortlich, bei blinkendem Licht anzuhalten und den Bahnübergang nicht mehr zu passieren. «Wer es trotzdem macht, erhält eine Ordnungsbusse oder wird verzeigt», so Baumgartner. Denn das Wechselblinksignal entspreche einem Rotlicht.

Die Stadtpolizei Uster nimmt das Video der jungen Autofahrerin zur Kenntnis und werde hinsichtlich der Aufnahmen ermitteln. Die Kantonspolizei Zürich sagt, dass sie keine Meldung über den Vorfall erhalten habe.

Die Stadtpolizei Uster rät umgehend die polizeiliche Notfallnummer 117 zu wählen, wenn Personen einen solchen Vorfall beobachten. «Die Einsatzzentrale der Kantonspolizei koordiniert dann mit der SBB das weitere Vorgehen», so Baumgartner. Es sei zudem hilfreich, wenn beobachtende Person die Kontrollschilderangaben des Fahrzeugs aufschreiben und der Polizei übermitteln.

Barriere durchbrechen

Der Vorfall von gestern Abend in Uster ist auch der SBB bekannt, wie sie auf Anfrage von 20 Minuten mitteilte. «Jedoch nicht die Identität der Autofahrerin», so Sprecher Reto Schärli.

Solche Vorfälle würden sich nicht nur in Uster, sondern schweizweit ereignen. «Wer sich korrekt verhält und bei blinkenden Signalen oder sich schliessenden Barrieren vor dem Bahnübergang anhält, kommt nicht in eine solche lebensgefährliche Situation», sagt Schärli. «Wenn doch, wird dringend geraten, mit dem Auto die Barrieren zu durchbrechen. Ein solcher Schaden ist viel geringer, als wenn es zu einer Kollision kommt.»

Politik nimmt sich des Themas an

Daniel Stein, Stadtschreiber von Uster, sagt, dass dem Stadtrat das Problem mit den Bahnübergängen durchaus bewusst sei. «Er sucht intensiv gerade auch mit der Stadtraumplanung 2035 nach Alternativen, wie man in Uster unter, über oder neben Bahnübergängen durchkommt.»

Das Thema Uster-West und die Querung der Bahnübergänge seien «oben auf der Agenda». Bis dahin gelte, die Richtlinien bezüglich der Passierung von Bahnübergängen einzuhalten.

*Name der Redaktion bekannt.

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