Falschinformation - Junge Frauen lassen sich aus Angst vor Unfruchtbarkeit nicht impfen

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FalschinformationJunge Frauen lassen sich aus Angst vor Unfruchtbarkeit nicht impfen

Für viele junge Frauen ist gewiss: Wenn sie sich impfen lassen, können sie keine Kinder mehr bekommen. Das BAG bekämpft diesen Irrglauben nun aktiv.

Darum gehts

  • Viele junge Schweizerinnen lassen sich nicht gegen das Coronavirus impfen – aus Angst, nicht mehr schwanger werden zu können.

  • Obwohl diese Angst unbegründet ist, droht dadurch der Impffortschritt aufgehalten zu werden.

  • Deshalb lanciert das BAG eine Kampagne, die sich direkt an junge Frauen richtet.

Das BAG startet eine neue Impfkampagne. Sie richtet sich ausschliesslich an Frauen, genauer: an junge Frauen. Sie sind es, die gemäss BAG den Impffortschritt in der Schweiz gefährden könnten. Denn viele junge Frauen wollen sich nicht impfen lassen. Sie haben Angst, dann nicht mehr schwanger werden zu können, wie die «Sonntagszeitung» berichtet.

«Basierend auf unseren Untersuchungen ist dies eine häufige Sorge unter jungen Frauen. Es gibt zahlreiche Falschinformationen, die im Umlauf sind», sagt Masha Maria Foursova vom BAG. Wo diese ihren Ursprung haben, ist unklar. Auf Social Media gibt es immer wieder Berichte, die behaupten, die mRNA-Impfungen (zum Beispiel Moderna und Pfizer/Biontech) würden bei Frauen zu Unfruchtbarkeit führen.

Unfruchtbarkeits-These ist haltlos

Fakt ist: Unfruchtbarkeit wegen der Corona-Impfung ist unmöglich. Die Immunreaktion der Impfung sei sehr Corona-spezifisch, eine Reaktion beispielsweise mit der Plazenta deshalb ausgeschlossen, sagen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Frauen, die schon geimpft sind, bringen Kinder zur Welt – ohne Komplikationen. Zudem wurden während der Zulassungsstudie für den Pfizer/Biontech-Impfstoff 23 Teilnehmerinnen auch nach erfolgter Impfung schwanger.

Dazu kommt: Wäre es wirklich so, dass Frauen wegen der Impfung unfruchtbar werden, müsste das Gleiche auch für Frauen gelten, die am Coronavirus erkrankt sind. Denn beide – Geimpfte und Erkrankte – haben danach dieselben Antikörper im Blut. Frauen, die an Corona erkrankt und wieder gesund geworden sind, bleiben aber fruchtbar. So kamen zwischen März 2020 und März 2021 innerhalb einer einzigen US-Studie knapp 14’000 Babys auf die Welt, deren Mütter zuvor am Coronavirus erkrankt waren.

«Entschieden entgegentreten»

Es gibt also keinen Grund, an eine Unfruchtbarkeit wegen der Corona-Impfung zu glauben. Trotzdem sind viele junge Frauen überzeugt, dass dem so ist. Lehrerinnen und Lehrer berichten, dass Mittelschülerinnen es für sicher halten, dass sie nach einer Impfung nicht mehr schwanger werden können.

Man müsse dieser Falschinformation resolut entgegentreten, sagt Christoph Berger, Präsident der eidgenössischen Impfkommission. Das BAG lanciert eine Impfkampagne, in der junge Frauen, die bereits geimpft sind, zu Wort kommen sollen – mittels Videos, Porträts oder Erfahrungsberichten. Möglich sei auch, dass junge, prominente Frauen mitmachen.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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