«Nix für Mädchen»: Junge Frauen sollen in Männerdomänen drängen
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«Nix für Mädchen»Junge Frauen sollen in Männerdomänen drängen

Rugby, Boxen oder Baseball? Hier fühlen sich junge Frauen oft nicht willkommen. Die Kampagne «Nix für Mädchen» will dies ändern - und hilft jetzt auch Mädchen in Luzern.

von
cza
Junge Frauen sollen vermehrt auch  Baseball oder Rugby spielen.

Junge Frauen sollen vermehrt auch Baseball oder Rugby spielen.

«Es ist auch heute noch so, dass veraltete Rollenbilder in den Köpfen existieren», sagt Roman Bolliger, Sprecher der Kampagne «Nix für Mädchen» des Kinderhilfswerks Plan Schweiz. Das soll geändert werden: In Zusammenarbeit mit Vereinen werden schweizweit Anlässe für Mädchen und junge Frauen organisiert, an denen sie eine neue Tätigkeit ausprobieren können, «die traditionellerweise immer noch eher als Männer- oder Bubensache angesehen werden», heisst es in einer Mitteilung. Angeboten werden im sportlichen Bereich etwa Trainings fürs Boxen, Schiessen, Eishockey oder Fussball. Ziel der Kampagne ist es, dass immer weniger Aktivitäten unter den Titel «Nix für Mädchen» fallen und somit alte Rollenbilder bekämpft werden.

Junge Frauen wurden befragt

Vor der Kampagne wurden Mädchen dazu aufgerufen, Bereiche zu nennen, zu denen sie keinen Zugang haben. Laut Bolliger haben rund 180 Mädchen auf den Aufruf reagiert: «Es gab sehr viele Eingaben aus dem Bereich Sport.»

Auch in Luzern gibt es nun Angebote für Frauen: Gemeinsam mit dem Baseball- und Softballteam Eagles Luzern und dem Rugby Club Luzern finden öffentliche und kostenlose Trainings statt, um die Sportarten für die Mädchen zu öffnen. Am 17. September findet ein Schnuppertraining für Mädchen zwischen 8 und 16 Jahren beim Baseball- und Softballteam Eagles statt. Am 23. und 25. September geht es dann ein wenig härter zur Sache: Mädchen ab 14 Jahren dürfen dann zum Rugby-Training antraben. «Wenn die Mädchen diese Sportart ausüben wollen, dann sollen sie dies auch können», sagt Bolliger.

Christoph Lips vom Baseball- und Softballteam Eagles Luzern begrüsst die kommenden Probetrainings. «Für uns als Randsportart ist es wichtig, bei dieser Kampagne mitzumachen. Denn es ist auch ein Werbeanlass.» Obwohl die Damenmannschaft sehr erfolgreich ist und kürzlich den 5. Platz an der Europameisterschaft in Italien holte, hätte man ein Problem mit jungen nachrückenden Talenten, so Lips.

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