Aktualisiert 28.02.2014 16:42

Fasnachtstrend

Junge Frauen stehen auf knappe Kostüme

Sexy Kostüme sind an der Fasnacht der Renner. Zumindest bei Frauen. Bereits junge Mädchen greifen immer öfter zu kurzen Röcken und tiefen Ausschnitten.

von
vro

Politesse, heisse Teufelin oder sexy Krankenschwester: Kostümläden spezialisieren sich immer mehr auf heisse Outfits. Denn das rentiert: «Das Politessen-Kostüm ist der Renner», sagt etwa François Frey vom Genfer Verkleidungsshop La Gaité. «Die Nachfrage nach kurzen Kleidern ist seit etwa drei Jahren enorm.» Deshalb würden die Kostüme an der Fasnacht trotz der Kälte immer enger. Allerdings nur bei den Frauen. Dafür fängt die Vorliebe für kurze Röcke und tiefe Ausschnitte schon bei jungen Mädchen an. «Bei den Outfits handelt es sich in der Regel um solche für Erwachsene, ich sehe aber immer öfter sehr junge Mädchen, die die XS-Version kaufen. Es überrascht mich oft, dass die Eltern das erlauben», sagt Frey.

Auch im Fasnachts-Bazar in Luzern laufen die knappen Kleider gut. «Früher zog man sich Fetzen an, heute will man schön aussehen. Das ist schon länger so, bei jungen und bei älteren Leuten», erklärt der Geschäftsführer Peter Meyer. Seine Kundinnen greifen gerne zur Corsage. «Es gibt halt Leute, die solche Kostüme wollen, und solche, die eher etwas anderes suchen.»

Sind sich sexueller Konnotation nicht bewusst

Im Shop Fasnachtsartikel.ch AG in Triengen LU sieht es etwas anders aus. «Bei den Frauen sind unter anderem die ‹Captain Woman›, die Politesse und Dirndl-Kostüme im Trend», erklärt Geschäftsführerin Mägi Gut. Die Kleider würden aber oft mit Leggins oder Strumpfhosen ergänzt. «Zudem sind die Trainer-Anzüge der 80er-Jahre und neonfarbene Artikel sehr beliebt. Die Kunden legen Wert auf aussagekräftige Kostüme. Ob Mann oder Frau, jede Person will gut aussehen.»

Trotzdem: In vielen Kostümläden sind knappe Kleider an der Fasnacht bei Frauen begehrt. Grund für den Hype sind laut «Le Matin» Veranstaltungen wie die Street Parade, die die Jungen inspirieren. Ausserdem spiele der mediale Einfluss eine grosse Rolle, erklärt Grégoire Zimmermann vom Institut für Psychologie an der Universität Lausanne. «Die Teenager werden Tag und Nacht mit Schönheitsidealen konfrontiert, die nicht der Realität entsprechen.» In diesem Alter seien sie viel sensibler und orientierten sich an Bildern aus Musikvideos, um sich anerkannt zu fühlen. Zimmermann glaubt aber nicht, dass sich die Teenager der sexuellen Konnotation bewusst sind. «Vielmehr sollten Erwachsene mit der Interpretation der Kostüme vorsichtig sein.»

Denn an der Fasnacht gelten andere Dresscodes als üblich. Für viele bietet die fünfte Jahreszeit die Gelegenheit, einmal aus dem Alltag auszubrechen. Deshalb kann Zimmermann die Nachsicht der Teenager-Eltern verstehen. «An der Fasnacht erlaubt man sich Dinge, die man sonst nicht jeden Tag tun würde.»

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