02.09.2015 19:27

Insel Kos

Junge Griechen ziehen Flüchtling aus dem Meer

Ein Syrer war mit 39 anderen Flüchtlingen auf einem Boot vor der Insel Kos unterwegs, als er über Bord ging. Nach 13 Stunden wurde er von Einheimischen vor dem Ertrinken gerettet.

von
pat

Sandra Tsiligeridu hat gemeinsam mit ihren Freunden einen syrischen Flüchtling vor dem Ertrinken gerettet. (Quelle: Facebook)

Sandra Tsiligeridu war gemeinsam mit Freunden nach einem Ausflug auf dem Rückweg zur Insel Kos, als sie einen Mann sahen, der sich an eine Schwimmweste klammerte. Sie hätten ihn zuerst für einen Fischer gehalten, erzählt sie den griechischen Medien.

13 Stunden lang trieb der 28-jährige syrische Flüchtling Mohammed im Wasser, ehe er entdeckt wurde. «Er war erschöpft und unterkühlt. Wir wickelten ihn in Handtücher», so Tsiligeridu im Interview mit dem griechischen Sender Mega Channel. Zum Glück war einer ihrer Freunde auf dem Boot Arzt und konnte erste Hilfe leisten. «Er nahm meine Hand und sagte 'Danke'. Dieses 'Danke' werde ich nie vergessen», erzählt sie.

Er konnte nicht zurück zum Boot schwimmen

Mohammed habe ihr erzählt, dass er und 39 andere Syrer um 5 Uhr morgens auf einem kleinen Boot die Türkei verlassen hätten. Als sie eines ihrer beiden Paddel verloren, sprang Mohammed ins Wasser, um es zurückzuholen, so Tsiligeridu. Es gelang ihm jedoch nicht, wieder zurück zum Boot zu schwimmen – die Strömung und die Winde waren zu stark.

Mohammeds Familie meldete ihn als vermisst, als sie mehrere Stunden später auf Kos ankam. Die Küstenwache suchte offenbar nach ihm, gab jedoch nach mehreren Stunden auf.

Tsiligeridu teilte ihre Geschichte am 28. August auf ihrer Facebook-Seite. Griechischen Medienberichten zufolge soll Mohammed nun wieder bei seiner Familie sein.

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