Umstrittene Stände : Junge Grüne und Künstler boykottieren Veganerfest
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Umstrittene Stände Junge Grüne und Künstler boykottieren Veganerfest

Die Organisatoren der Winterthurer Veganmania stehen in der Kritik, da sie umstrittene Aussteller dulden sollen. Aus Protest haben Teilnehmer abgesagt.

von
zed
Er erntet viele kritische Stimmen: Der Tierschützer Erwin Kessler ist unter anderem der Grund, dass einige Künstler ihre Teilnahme an der Veganmania zurückziehen.

Er erntet viele kritische Stimmen: Der Tierschützer Erwin Kessler ist unter anderem der Grund, dass einige Künstler ihre Teilnahme an der Veganmania zurückziehen.

Gleich zwei Teilnehmer sorgen am diesjährigen Strassenfest Veganmania auf dem Neumarkt in Winterthur für Aufruhr. Eigentlich sollte es nur um gesundes Essen und Information für Menschen, die auf Tierprodukte verzichten, gehen. Nun erhitzen aber ganz andere Themen die Gemüter, wie der Landbote berichtet.

Einerseits sorgt der Stand des Vereins des umstrittenen Tierschützers Erwin Kessler für Stirnrunzeln. Kessler ist Präsident des Vereins gegen Tierfabriken und kam 1998 wegen mehrfacher Rassendiskriminierung vor Gericht. Das Bundesgericht verurteilte ihn schliesslich aufgrund seiner antisemitischen Äusserungen in Zusammenhang mit der jüdischen Schächtpraxis. Nun wird der Veganmania vorgeworfen, Toleranz für Antisemitismus zu zeigen.

«Themen sind nicht Gegenstand des Strassenfests»

Ausserdem beschwert sich die anonyme Bewegung Indyvegan über den Verkaufsstand der Gruppe «Bliib Gsund». Diese wird der deutschen Sekte Universelles Leben zugeordnet. Der Sektenexperte Georg Otto sagte gegenüber dem Landboten, dass die Sekte ihre Anhänger dazu anhalte, Betriebe zu gründen, die im Sinne des Universellen Lebens wirken und einen Teil ihres Gewinns spenden.

Swissmeg, der Organisator der Veganmania, äussert sich auf seiner Website defensiv gegenüber den Vorwürfen: «An der Veganmania sollen möglichst viele Aspekte des Veganismus aufgezeigt werden. Andere Themen sind nicht Gegenstand dieses Strassenfests.» Erwin Kessler wiederum sieht sich als Opfer einer linksextremen Hetzkampagne. Allerdings sagte er vor Kurzem gegenüber dem Tagblatt, dass er noch immer zu den Aussagen, die er 1998 gemacht habe, stehe.

Künstler müssen mit Anfeindungen rechnen

Verschiedenste Künstler haben aufgrund ihres Unmutes gegenüber den Beteiligten ihre Teilnahme an der Veganmania abgesagt. So beispielsweise die vegane Slam-Poetin und Kabarettistin Gabriele Busse. Sie sagte gegenüber dem Landboten, dass sie keine Veranstaltung unterstützen wolle, die auf dem rechten Auge blind sei.

Auch die Jungen Grünen des Kantons Zürich haben sich von der Veganmania zurückgezogen. Künstler, die aber nach wie vor teilnehmen möchten, müssen nach Angaben eines Szenekenners teilweise sogar mit Anfeindungen rechnen, weil sie die Veganmania nicht boykottieren.

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