Vollbremse: Junge Grüne ziehen Offroader-Initiative zurück
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VollbremseJunge Grüne ziehen Offroader-Initiative zurück

Die jungen Grünen sorgten mit ihrer Offroader-Initiative für einigen Wirbel. Jetzt ist damit Schluss: Sie ziehen die Initiative zurück.

von
aeg

Das Initiativ-Komitee der «Offroader-Initiative» hat ihr Volksbegehren bei der Bundeskanzlei offiziell zurückgezogen. Bastien Girod sagte in der Sendung «10vor10» des Schweizer Fernsehens: «Ich wäre gerne in den Abstimmungskampf gezogen.» Wegen des neuen Co2-Gesetzes verzichtet die Jungpartei aber darauf. Girod weiter: «Dank der Offroader-Initiative kosten Autos mit hohem Co2-Ausstoss künftig mehr. Das ist ein Etappensieg.»

Der Rückzug ist vererst nur bedingt. Die Initiative werde erst dann effektiv zurückgezogen, wenn der Gegenvorschlag definitiv sei und umgesetzt werden könne. Mit dem derzeitigen bedingten Rückzug könnten die Initianten erreichen, dass der Gegenvorschlag ein Jahr früher (2012 statt 2013) umgesetzt werde. «Wir begraben mit der Offroader-Initiative unser Kriegsbeil. Fahrern von Offroadern helfe ich jetzt gerne mit Lösungsmitteln, um unsere «Stop Offroader»-Kleber wieder zu entfernen.»

Auto-Schweiz befürchtet teurere Autos

Bereits 2012 tritt das strengere Co2-Gesetz in Kraft, sofern es nicht zu einem Referendum kommt. Das vom Parlament bereits abgesegnete Co2-Gesetz schreibt vor, dass Neuwagen ab 2015 nicht mehr als 130 Gramm pro Kilometer ausstossen. Sonst zahlt der Importeur eine Busse für jedes Gramm darüber.

Auto-Schweiz, der Verband der Importeure, wird kein Referendum ergreifen, wie Direktor Andreas Burgener gegenüber «10vor10» bestätigt. Burgener zu den Konsequenzen des neuen Co2-Gesetzes: «Autokäufer werden pro Jahr 100 bis 170 Millionen Franken mehr bezahlen müssen.»

Dem widerspricht der Auto-Umweltexperte Kurt Egli. «Nur wenige Luxuskarossen werden teurer. Bereits heute gibt es eine breite Palette von neuen Autos, die die 130 Gramm-Limite einhalten.»

JUSO: «Girod kuscht»

Schelte für den Rückzug gabs von Seiten der Jungsozialisten: Girod kusche vor der Autolobby, schrieb die JUSO in einer Stellungnahme. «Reiche können sich mit dem indirekten Gegenvorschlag die dicken Karren weiterhin problemlos leisten, auch mit höherem Ausstoss», kritisierte JUSO-Präsident David Roth gemäss Communiqué.

Die JUSO hoffe, dass sich die Basis der Jungen Grünen auch noch zu dem Entscheid äussern dürfe.

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