«Junge müssen den Umgang mit der Knappheit lernen»
Aktualisiert

«Junge müssen den Umgang mit der Knappheit lernen»

Rund 500 Teenager aus Basel wurden zu ihren Schulden befragt. Rund 30 Prozent haben Schulden, bei etwa acht Prozent sind sie problematisch hoch.

In der Nationalfonds-Studie wurden Jugendliche zwischen 16 und 19 Jahren aus verschiedenen Schultypen erfasst. Junge Frauen geben demnach geliehenes Geld eher für Kleider, Schmuck oder Reisen aus; junge Männer hingegen mehr für Sport und Unterhaltungselektronik – oder sie müssen Bussen bezahlen. «Gymnasiasten sind etwas häufiger verschuldet, aber mit kleineren Beträgen unter 100 Franken.

Lehrlinge hingegen haben zwar seltener Schulden, aber dann zum Teil hohe Beträge von weit über 500 Franken», sagt Studienleiterin Elisa Streuli von der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW. «Überrascht hat mich, wie die Jugendlichen bemüht sind, Schuldenprobleme in den Griff zu kriegen», sagt Streuli.

Dies zeige, dass man es entgegen der allgemeinen Auffassung nicht einfach nur mit Konsumsüchtigen zu tun habe. «Beim Schuldenmachen spielt auch das Sozialprestige und der Druck der Werbung eine Rolle», so Streuli, «deshalb müssen die Jungen den Umgang mit der Knappheit lernen.» Daraus resultiere etwa, dass in den Schulen künftig auch über diese Problematik konsequent informiert werde.

(lvi)

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