Hexenjagd: Junge Mutter lebendig verbrannt

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HexenjagdJunge Mutter lebendig verbrannt

Eine 20-Jährige wurde in Papua-Neuguinea von einem wütenden Mob gefesselt und auf den Scheiterhaufen geworfen. Sie soll einen Knaben verhext haben und schuld an dessen Tod sein.

von
hal
Hunderte Personen schauen zu, wie die junge Mutter auf einem Haufen aus Müll und Autoreifen verbrannt wird.

Hunderte Personen schauen zu, wie die junge Mutter auf einem Haufen aus Müll und Autoreifen verbrannt wird.

Die schreckliche Tat erinnert an das dunkelste Mittelalter. Eine aufgebrachte Menschenmenge - offenbar betrunkene und unter Drogen stehende Männer - riss der jungen Kepari Leniata die Kleider vom Leib, fesselte sie und übergoss sie mit Benzin.

Hunderte Schaulustige, darunter auch Kinder, verfolgten am Mittwochmorgen in der Stadt Mount Hagen die Lynchjustiz und knipsten mit ihren Handys, wie die Männer die angebliche Hexe auf einen Scheiterhaufen aus brennenden Autoreifen und Müll warfen. Dort starb sie einen qualvollen Tod.

Feuerwehrmänner, die das Feuer löschen wollten, wurden laut Berichten örtlicher Medien vom Mob vertrieben. Auch die Polizei traute sich nicht, einzuschreiten.

Geständnis nach Folter

Kepari Leniata wurde beschuldigt, einen je nach Bericht 6- oder 8-jährigen Jungen verhext und getötet zu haben. Dieser war mit Magen- und Brustschmerzen ins Spital gebracht worden, wo er am Dienstag starb.

Gemäss dem «Post Courier» gaben die Angehörigen der 20-Jährigen die Schuld am Tod ihres Sohnes. Die Mutter eines 8 Monate alten Töchterchens wurde daraufhin so lange mit glühenden Schürhaken gefoltert, bis sie zugab, eine Hexe zu sein.

Im armen Land nördlich von Australien werden immer wieder angebliche Hexen erschlagen, verbrannt oder gehängt. Gerade die Menschen in den ländlichen Gebieten von Papua-Neuguinea glaubten fest an weisse und schwarze Magie.

Polizisten glauben an Hexen

Menschenrechtler schätzen, dass jedes Jahr mehrere Dutzend angebliche Hexen und Zauberer gelyncht werden. «Zauberei und damit verbundene Tötungen nehmen zu», sagte ein Kirchenvertreter nach dem jüngsten Fall.

Selbst Polizeichefs sind laut Medienberichten von der Existenz der schwarzen Kräfte überzeugt. So bleibt offen, ob die Polizei diesmal wirklich durchgreift: Sie hat versprochen, die Verantwortlichen für den Tod von Kepari Leniata wegen Mordes zu verhaften.

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