Junge Neonazis machen den Kanton Uri unsicher
Aktualisiert

Junge Neonazis machen den Kanton Uri unsicher

In den letzten Wochen kam es vor dem Jugendtreff in Bürglen zu zwei Vorfällen mit jugendlichen Rechtsextremen. Die örtliche Jugendkommission will nun handeln.

«Extreme Gruppierungen können wir in keiner Weise akzeptieren», sagt Andrea Schuler Müller von der Jugendkommission Bürglen. Dort marschierten am 3. März vor dem Jugendtreff laut einem Augenzeugen etwa zwölf jugendliche Rechtsextreme auf und griffen mehrere Personen an. Bereits Anfang des Jahres kam es zu ähnlichen Szenen vor dem Jugendtreff. Nun reagiert die neu gegründete Jugendkommission. «Wir holen derzeit Informationen über diese Ereignisse ein», so Schuler Müller.

Der Leiter des Jugendtreffs, Lukas Gisler, bestätigt die Vorfälle. «Bei uns treffen sich verschiedene Gruppen, darunter auch Ausländer und rechtsgerichtete Jugendliche», so Gisler. Grössere Schlägereien hätten bisher aber rechtzeitig verhindert werden können. Im Jugendtreff sollen nun vermehrt wieder Vorstandsmitglieder vor Ort sein, um die Lage zu beruhigen und notfalls einzugreifen.

Szenekenner sind über die Entwicklungen im Kanton Uri besorgt. «Es gibt klare Beweise, dass dort eine neue rechtsextreme Szene entsteht», sagt R.B.* Die Mitglieder würden zur Organisation Kameradschaft Uri gehören, die mit Ex-SVP-Mann Roland Traxler in Kontakt stehe. Dieser musste seine Partei verlassen, nachdem er 2000 auf dem Rütli mit Rechtsradikalen aufgetreten war.

Markus Fehlmann

*Name der Redaktion

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