Parlament: Junge Säufer sollen Spital selber zahlen
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ParlamentJunge Säufer sollen Spital selber zahlen

Jugendliche, die sich sinnlos betrinken, sollen die von ihnen verursachten Kosten selber bezahlen. Das verlangt das Berner Kantonsparlament.

Wer zuviel trinkt, soll für die dadurch notwendige medizinische Behandlung selber zahlen.

Wer zuviel trinkt, soll für die dadurch notwendige medizinische Behandlung selber zahlen.

Jugendliche Komasäufer sollen die von ihnen verursachten Kosten selber decken und nicht mehr der Krankenkasse zur Last fallen. Dieser Meinung ist der bernische Grosse Rat, der am Mittwoch mit 108 zu 37 Stimmen den entsprechenden Punkt einer Motion der SVP überwies.

Jedes Jahr würden 400 ohnmächtige Jugendliche mit Alkoholvergiftung und 100 mit Mischvergiftung aus Drogencocktails in die Notfallaufnahme des Inselspitals eingeliefert, hielt Motionärin Sabina Geissbühler-Strupler fest. Für Polizei und Spitalpersonal seien diese Patienten eine Belastung.

Kosten bis 900 Franken

Zudem verursachten sie hohe Kosten, die heute nicht von den Komasäufern, sondern von der Allgemeinheit via Steuergelder und Krankenkassenprämien gedeckt würden. Am besten richte man deshalb eine Zentrale Ausnüchterungszelle (ZAS) wie in Zürich ein.

Dann müsse man die Säufer nicht mehr ins Spital bringen, wo sie automatisch zu einem kostentreibenden Faktor der Krankenversicherung würden. Die in der ZAS entstandenen Kosten - 600 bis 950 Franken pro Fall - könnte man vielmehr den Verursachern in Rechnung stellen.

(sda)

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