Neue Studie: Junge sind unzufrieden mit ihrer finanziellen Situation
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Neue StudieJunge sind unzufrieden mit ihrer finanziellen Situation

Schweizer bis 35 bewerten ihre finanzielle und wirtschaftliche Lage zunehmend negativ. Die meisten wollen 2019 weniger ausgeben.

von
Dorothea Vollenweider
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40 Prozent der Konsumenten bis 35 Jahre bewerten ihre finanzielle respektive wirtschaftliche Situation als negativ.

40 Prozent der Konsumenten bis 35 Jahre bewerten ihre finanzielle respektive wirtschaftliche Situation als negativ.

Keystone/Christof Schuerpf
Die meisten Konsumenten wollen 2019 ihre Ausgaben reduzieren, vor allem bei grösseren Einzelanschaffungen wie Autos sowie bei der Unterhaltungselektronik wie beispielsweise Smartphones und Tablets. Das sind die Ergebnisse einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (ehemals Ernst & Young).

Die meisten Konsumenten wollen 2019 ihre Ausgaben reduzieren, vor allem bei grösseren Einzelanschaffungen wie Autos sowie bei der Unterhaltungselektronik wie beispielsweise Smartphones und Tablets. Das sind die Ergebnisse einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (ehemals Ernst & Young).

Keystone/Walter Bieri
«Der Konsum war in den vergangenen Jahren ein wichtiger Pfeiler der Schweizer Wirtschaft. Dies könnte 2019 neu auf die Probe gestellt werden», sagt Martin Gröli, Leiter Retail & Consumer Products bei EY in der Schweiz.

«Der Konsum war in den vergangenen Jahren ein wichtiger Pfeiler der Schweizer Wirtschaft. Dies könnte 2019 neu auf die Probe gestellt werden», sagt Martin Gröli, Leiter Retail & Consumer Products bei EY in der Schweiz.

Keystone/Christian Beutler

Die Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer sind zufrieden mit ihrer finanziellen und wirtschaftlichen Lage: 96 Prozent bezeichnen ihre Situation als positiv oder neutral.

Allerdings gibt es deutliche Unterschiede bei den verschiedenen Altersgruppen: In der Gruppe der unter 35-Jährigen bewerten lediglich 40 Prozent der Konsumenten ihre Lage als positiv. 2017 waren es noch 46 Prozent, 2016 sogar 61 Prozent. Zum Vergleich: Bei den 36- bis 45-Jährigen beurteilen 70 Prozent ihre finanzielle und wirtschaftliche Situation derzeit als positiv, bei den 46- bis 55-Jährigen sind immerhin 57 Prozent der Befragten zufrieden.

Das sind die Ergebnisse einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (ehemals Ernst & Young). Basis dieser Untersuchung ist eine repräsentative Umfrage unter 400 volljährigen Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz.

Mehr gibts nicht

Zudem erwarten lediglich 16 Prozent der Befragten (im Vorjahr 17 Prozent), dass sich ihre wirtschaftliche und finanzielle Lage im Jahr 2019 verbessern wird. Nur noch 15 Prozent (im Vorjahr noch 23 Prozent) der Befragten rechnen damit, dass sich die Wirtschaftslage der Schweiz im laufenden Jahr verbessern wird, knapp drei Viertel glauben an eine stabile Konjunkturentwicklung.

Damit haben sich zwar die Erwartungen spürbar verschlechtert, bleiben jedoch immer noch positiver als in den Jahren 2011 bis 2016. «Auch die Schweizer Konsumenten spüren: Wachstum ist endlich», sagt Martin Gröli, Leiter Retail & Consumer Products bei EY Schweiz.

Die meisten wollen sparen

«2018 spürten die Konsumenten zudem eine unerwartet hohe Inflation. Öl und Benzin, aber auch Krankenkassenprämien und einige Lebensmittel waren teils deutlich teurer als vor einem Jahr. Da blieb bei einigen weniger Geld im Portemonnaie übrig», sagt Gröli weiter. Bei den Konsumenten mit einem Jahreseinkommen von weniger als 60'000 Franken überwiegt der Anteil derer, die eine Verschlechterung des eigenen Lebensstandards sehen.

Demzufolge möchten die meisten Konsumenten 2019 ihre Ausgaben reduzieren, vor allem bei grösseren Anschaffungen wie Autos und bei der Unterhaltungselektronik wie beispielsweise Smartphones und Tablets. Der Sparkurs gilt für fast alle Bereiche, lediglich bei Ferien, Freizeit und Lebensmitteln wollen Schweizer unter dem Strich ihre Ausgaben steigern.

«Der Konsum war in den vergangenen Jahren ein wichtiger Pfeiler der Schweizer Wirtschaft. Dies könnte 2019 neu auf die Probe gestellt werden», erklärt Gröli. «Ein Selbstläufer ist der Aufschwung inzwischen auf jeden Fall nicht mehr.»

Mehr Sorgen um den eigenen Arbeitsplatz

Die eingetrübten Konjunkturerwartungen zeigen sich auch bei der Beurteilung der Sicherheit des eigenen Arbeitsplatzes. Der Anteil derer, die ihren Arbeitsplatz für sehr sicher halten, ist gegenüber dem Vorjahr von 58 auf 36 Prozent gesunken und damit auf den tiefsten Wert seit 2009.

Zu den grössten Sorgen in Bezug auf die persönliche finanzielle Situation gehören zurzeit eine zunehmende Umweltverschmutzung, Kriege im Ausland sowie die Schuldenkrise in Europa.

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