Lehrstellenkonferenz: Junge sollen mehr in Spitälern arbeiten
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LehrstellenkonferenzJunge sollen mehr in Spitälern arbeiten

Mit gezielter Nachwuchsförderung soll der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen verringert werden. Auf einen entsprechenden Massnahmenplan hat sich die von Bundesrätin Doris Leuthard einberufene 5. Nationale Lehrstellenkonferenz in Baden AG geeinigt.

Der Bund, Vertreter der Kantone sowie der Gewerkschaften und Arbeitgeber beschlossen vier Massnahmen, wie das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement (EVD) nach der Nationalen Lehrstellenkonferenz mitteilte. Es gehe um die Sicherstellung der Gesundheitsversorgung.

Die Nachfrage nach Personal im Gesundheitswesen werde in den nächsten Jahren deutlich zunehmen. Bis zum Jahr 2020 würden zusätzlich 25 000 Personen benötigt. Derzeit sei rund ein Drittel der Mitarbeitenden in den Spitälern ausländischer Nationalität.

Einen Erfolg verspricht sich die Lehrstellenkonferenz von der zweijährigen beruflichen Grundausbildung «Gesund und Betreuung» mit eidgenössischem Berufsattest. Die Kantone Aargau, Basel-Land und Bern werden im Jahr 2011 entsprechende Pilotprojekte lancieren.

Interesse bei Jungen wecken

Auf diese Weise sollen Erfahrungen mit Blick auf die gesamtschweizerische Einführung der zweijährigen beruflichen Grundausbildung gesammelt werden. Die definitive Einführung der Ausbildung ist für das Jahr 2012 geplant.

Mit einer Informationsoffensive sollen Jugendliche für eine Ausbildung im Gesundheitsbereich sensibilisiert und begeistert werden. Beim Berufsnachwuchs soll auch das Interesse für die Ausbildung zur Pflegefachfrau und zum -fachmann geweckt werden.

Die Betriebe wurden aufgefordert, mit Unterstützung des Bundes Netzwerker anzustellen. Diese sollen die Betriebe überzeugen, mehr Ausbildungsplätze zu schaffen. Die Wirtschaftskrise spielt im Gesundheitswesen gemäss EVD eine untergeordnete Rolle.

Schwieriger Einstieg in den Arbeitsmarkt

Die Lehrstellenkonferenz will ihr Augenmerk künftig verstärkt auf die Lehrabgängerinnen und Lehrabgänger richten, die vor dem Eintritt in den Arbeitsmarkt stehen. Sie seien wegen der Wirtschaftskrise besonders von der Arbeitslosigkeit betroffen, hielt das EVD in der Medienmitteilung fest.

Im September betrug die Arbeitslosigkeit bei der Gruppe der 20- bis 24-Jährigen 6,4 Prozent - das sind 2,9 Prozentpunkte mehr als ein Jahr zuvor. Junge Erwachsene würden beim Einstieg ins Berufsleben auf zunehmend höhere Hürden stossen.

Daher will der Bund regelmässig einen Bericht ausarbeiten, der die Veränderungen im Verhältnis von Angebot und Nachfrage nach Stellen für Berufseinsteigende zeigt. Ein ähnliches «Barometer» besteht bereits für den Lehrstellenmarkt. (sda)

Lehrstellenmarkt trotzt Wirtschaftskrise

Trotz der Wirtschaftskrise ist der Lehrstellenmarkt in der Schweiz stabil. Die Unternehmen boten Ende August 87'000 Ausbildungsplätze an - ein Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Die Nachfrage der Jugendlichen nach Lehrstellen ging indes leicht zurück.

Parallel zum Lehrstellenangebot zeichnet sich auch bei der Vergabe der Lehrstellen eine Abnahme um ein Prozent auf 82 000 Stellen ab, wie aus dem am Montag veröffentlichten Lehrstellenbarometer des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie (BBT) hervorgeht.

Das gemeinsame Engagement von Bund, Kantonen und Organisationen der Arbeit trage Früchte, bilanzierte das BTT. Mit Massnahmen wie Lehrstellenförderung, Coaching und Mentoring habe der negative Einfluss des wirtschaftlichen Abschwungs auf dem Lehrstellenmarkt aufgefangen werden können.

Die aktive Rolle der Wirtschaft sei entscheidend. Die Unternehmen hätten insgesamt keine Lehrstellen gestrichen, um Kosten zu sparen, stellte das BBT fest.

So waren am Stichtag 31. August noch 5000 Ausbildungsplätze offen. Die Betriebe hofften, rund 1500 Ausbildungsplätze noch besetzen zu können, wie es im Lehrstellenbaromer weiter heisst.

Sechs Prozent der vor der Ausbildungswahl stehenden Jugendlichen wussten jedoch Ende August noch nicht, wie es in diesem Jahr weitergehen soll oder sie bezeichneten sich als arbeitslos.

Dies entspricht hochgerechnet rund 9000 Personen - 2000 Jugendliche mehr als 2008. In der gleichen Situation hatten sich vor zwei Jahren 9500 und vor drei Jahren 10 000 Personen befunden. (sda)

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