Heiden AR: Junge sprengt sich mit Böller Hand weg
Aktualisiert

Heiden ARJunge sprengt sich mit Böller Hand weg

Drama im Wald bei Heiden AR: Ein selbst gebastelter Knallkörper riss einem 14-Jährigen die Hand weg. Anwohner alarmierten sofort Ambulanz und Polizei. Doch die Hand ist wohl nicht mehr zu retten.

von
Jolanda Riedener
An diesem Ort in Heiden ist dem 14-Jährigen der selbstgebaute Böller abgegangen.

An diesem Ort in Heiden ist dem 14-Jährigen der selbstgebaute Böller abgegangen.

Fünf Jugendliche aus der Region Heiden wollten am Samstagabend einen selbst gebastelten Feuerwerkskörper im Wald zünden. Als der Böller nicht gleich losging, nahm ihn Jonas* (14) in die Hand. In diesem Moment ging der Böller los und riss ihm die linke Hand weg. Jonas' Kollegen rannten mit ihm zum Haus von Vreni Bernegger und baten um Hilfe: «Ich konnte sie nicht ins Spital fahren, ich habe kein Auto», so die 76-Jährige. Der Junge habe sich vor Schmerzen am Boden gekrümmt.

Die Jugendlichen rannten zum nächsten Haus, klingelten und riefen: «Hilfe, wir haben einen Verletzten». Familie Sonderegger reagierte schnell: «Der 14-Jährige war blutüberströmt, in seinem Gesicht steckten Splitter», so Ueli Sonderegger (54), «wir riefen sofort den Krankenwagen und die Polizei.» Seine Frau versorgte den Buben mit sauberen Tüchern. Als die Ambulanz nach fünf Minuten noch nicht da war, fuhr Sonderegger den Jungen selber ins Spital Heiden. Einer seiner Freunde begleitete Jonas ins Spital, die anderen hatten sich verzogen.

«Teile der Hand im Wald einsammeln»

Als die Kapo Ausserrhoden im Wald eintraf, «ging es dann in erster Linie darum, die herumliegenden Teile der Hand einzusammeln, damit diese allenfalls wieder angenäht werden konnten», sagt Hanspeter Saxer, Mediensprecher der Kapo Ausserrhoden. Bis gestern lag kein Bericht zum Zustand des Buben vor.

Die fünf Teenager werden sich wohl vor der Ausserrhoder Jugendanwaltschaft verantworten müssen. Zwar sind Sprengstoffdelikte zunächst Sache der Bundesanwaltschaft. Fehlt ein krimineller Hintergrund, werden die Fälle in der Regel an die lokalen Behörden abgetreten.

*Name geändert

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