11.06.2015 15:26

Basel-Stadt

Junge suchen öfter Hilfe bei Suchtproblemen

In den ambulanten Beratungsstellen wurden letztes Jahr 2589 Personen wegen ihrer Sucht betreut. Vor allem unter 25-Jährige suchen häufiger professionelle Hilfe.

von
jd
Vermehrt suchen unter 25-Jährige professionelle Hilfe, um ihre Sucht in den Griff zu bekommen.

Vermehrt suchen unter 25-Jährige professionelle Hilfe, um ihre Sucht in den Griff zu bekommen.

Laut dem aktuellen Monitoringbericht Sucht des Kantons Basel-Stadt liessen sich im Jahr 2014 insgesamt 2589 Personen in Therapieeinrichtungen behandeln. Davon wurden 2444 Personen aufgrund ihres Suchtmittelkonsums von legalen oder illegalen Substanzen betreut. Die Anzahl dieser Fälle ist gegenüber 2013 um 1,7 Prozent gestiegen.

Die vier ambulanten Beratungszentren in Basel konnten eine Tendenz zu einer jüngeren Klientel beobachten. Im Vergleich zum Vorjahr weist etwa das Beratungszentrum der Suchthilfe Region Basel eine deutliche Zunahme in der Gruppe der unter 25-Jährigen (+43 Prozent) auf. Auch bei der multikulturellen Suchtberatungsstelle beider Basel, die sich an fremdsprachige Personen richtet, zeichnet sich eine generelle Entwicklung zu jüngerem Hilfesuchenden ab. Hier sind insbesondere Zunahmen im Bereich der 30- bis 50-Jährigen zu verzeichnen.

Präventionskampagnen wirken

Es sei ein gutes Zeichen, dass sich junge Menschen vermehrt auf ein Beratungsgespräch einlassen, findet Eveline Bohnenblust, Leiterin der Abteilung Sucht. Die Tatsache sei der Vorarbeit zu verdanken, die auf dem Gebiet der Jugendprävention geleistet worden sei. Dies etwa mit Angeboten in den Schulen oder nationalen Sensibilisierungskampagnen wie den Alkohol-Aktionswochen «Wie viel ist zu viel», erklärt Bohnenblust. «Dies führt dazu, dass sich Personen früher auf Beratungsstellen melden um ihren Substanzkonsum zu reflektieren.» Die Beratungsstellen seien fachlich schon lange auf diese Zielgruppe spezialisiert. «Es stehen genügend spezielle Beratungsangebote zur Verfügung», so Bohnenblust weiter.

Verschiedene Studien hätten gezeigt, dass Kinder alkoholkranker Eltern ein sechs Mal höheres Risiko für eine spätere Suchterkrankung oder andere psychische Probleme haben. «Mit Förderung und Unterstützung sind sie aber in der Lage, eine gesunde Persönlichkeit zu entwickeln. Es ist daher sehr wichtig, den Kindern und deren Eltern frühzeitig Hilfe anzubieten», sagt Bohnenblust.

145 Spielsüchtige liessen sich beraten

Die Auslastung im Suchthilfebereich liege auf einem hohen Niveau und zeigt laut dem Gesundheitsdepartement den offensichtlichen Bedarf auf. Die ambulanten Beratungsstellen würden vor allem aufgrund von Alkoholproblematiken aufgesucht. Zudem suchten viele Personen infolge ihres problematischen Konsums von Cannabis oder Kokain Rat.

In 145 der verzeichneten Beratungen war die Glücksspielsucht das Thema des Gesprächs. Knapp über die Hälfte wurde in der Ambulanz für Verhaltenssüchte der universitären Psychiatrischen Kliniken therapiert. Laut Bericht handelte es sich bei 72 Prozent aller Behandelten um Männer.

Heroin ist bei Neukonsumenten out

Im Jahr 2014 befanden sich zudem 1119 Personen, davon 68 Prozent Männer, aufgrund einer Heroinabhängigkeit in einer Substitutionsbehandlung. Dabei handelt es sich um eine medizinische und psychosoziale Intervention bei Heroinsucht. In Basel gibt es drei Einrichtungen, die diese Behandlungen durchführen. Die Anzahl der Therapien ist seit mehreren Jahren konstant und bestärkt laut Gesundheitsdepartement die Annahme, dass Heroin bei Neukonsumenten «out» sei.

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