«Woke-Wahnsinn»: Junge SVP bietet Studierenden Gratis-Rechtschutz gegen Gendersprache

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«Woke-Wahnsinn»Junge SVP bietet Studierenden Gratis-Rechtschutz gegen Gendersprache

Unis und Hochschulen empfehlen ihren Studierenden, gendergerechte Sprache zu verwenden. Wer dies nicht tut, dem drohen Abzüge bei den Noten. Nun will die Junge SVP Betroffene mit dem Übernehmen der Anwaltskosten unterstützen.

von
Karin Leuthold
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Wer an einzelnen Schweizer Unis oder Hochschulen beim Verfassen von Arbeiten nicht die gewünschte Gendersprache anwendet, dem drohen Notenabzüge.

Wer an einzelnen Schweizer Unis oder Hochschulen beim Verfassen von Arbeiten nicht die gewünschte Gendersprache anwendet, dem drohen Notenabzüge.

20min/Simon Glauser
Dagegen will die Junge SVP nun vorgehen: Am 14. Oktober 2022 teilte sie mit, Studierenden, die wegen der Regelung bei Prüfungen Punkt- oder Notenabzüge bekommen haben, einen Gratis-Anwalt oder -Anwältin zu Verfügung zu stellen.

Dagegen will die Junge SVP nun vorgehen: Am 14. Oktober 2022 teilte sie mit, Studierenden, die wegen der Regelung bei Prüfungen Punkt- oder Notenabzüge bekommen haben, einen Gratis-Anwalt oder -Anwältin zu Verfügung zu stellen.

20min/Simon Glauser
Die Junge SVP nennt die Empfehlung der Unis und Hochschulen, gendergerechte Sprache anzuwenden, einen «Woke-Wahnsinn». 

Die Junge SVP nennt die Empfehlung der Unis und Hochschulen, gendergerechte Sprache anzuwenden, einen «Woke-Wahnsinn». 

20min/Simon Glauser

Darum gehts

Die Junge SVP Schweiz startete am Freitag einen Angriff gegen geschlechtergerechte Sprache an Unis und Hochschulen: Die Jungpolitiker und -politikerinnen wollen Studierende mit Rechtschutz unterstützen, wenn sie in Schwierigkeiten geraten, weil sie beim Verfassen von Arbeiten nicht die gewünschte Gendersprache angewendet haben.

Die SVP nennt es einen «Woke-Wahnsinn», dass Schweizer Hochschulen und Unis von den Studierenden verlangen, «gegen die deutsche Rechtschreibung zu verstossen». Diverse Hochschulen - wie etwa die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) - hätten Sprach-Leitfäden «für ihre Studenten» verabschiedet, um «aus Studenten und Studentinnen Student_innen» zu machen, heisst es in einer Medienmitteilung der Jungen SVP – die konsequenterweise in nicht gendergerechter Sprache verfasst wurde.

«Kritische Stimmen» statt «Kritiker»

Erst vor einigen Wochen hatte die ZHAW ihren Studenten und Studentinnen einen achtseitigen Leitfaden zu «inklusivem Sprachgebrauch» geschickt. Darin empfiehlt die Hochschule künftig zum Beispiel die Begriffe «Menschen ohne Behinderung» anstatt «normale Menschen» zu nutzen. «Kritiker» sollen zu «kritischen Stimmen» werden und schliesslich sollten etwa auch keine «Anwaltskosten», sondern «Kosten für die Rechtsvertretung» beglichen werden. 

Benutzt du gendergerechte Sprache?

Hochschulen bewegen sich «auf sehr dünnem Eis»

«Um diesem Gender-Gaga an der Uni etwas entgegenzusetzen, sucht die Junge SVP Studenten, welche in Studienarbeiten trotz Leitfaden die Gendersprache nicht verwenden.» Die Partei biete den betroffenen Studierenden, sie durch alle juristischen Instanzen hindurch mit professionellem Rechtsbeistand zu unterstützen, falls die Universität oder Hochschule Sanktionen gegen sie verhänge.

Sollte ein Student oder eine Studentin Notenabzüge erhalten, weil er oder sie sich weigert, die erlassenen Sprachvorschriften zu befolgen, wolle die Junge SVP diese Uni oder Hochschule zur Rechenschaft ziehen. 
Nach Angaben der Jungpartei bewegen sich die Hochschulen «auf sehr dünnem Eis».

Dabei spricht die Jungpartei die Tatsache an, dass die Schweizerische Bundeskanzlei im 2021 einen Sprachleitfaden verabschiedete, der Bundesmitarbeitende untersagt, typografische Mittel wie der Genderstern, Doppelpunkt, Gender-Gap und Gender-Mediopunkt zu verwenden. Die Unis und Hochschulen foutierten sich jedoch um diese Weisungen und würden sogar «abtrünnige» Studierende bestrafen, meinen die Jungen SVP-ler.  

Wirst du oder wird jemand, den du kennst, aufgrund der Geschlechtsidentität diskriminiert? 

Hier findest du Hilfe:

Gleichstellungsgesetz.ch, Datenbank der Fälle aus Deutschschweizer Kantonen

Eidgenössisches Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann

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