Aktualisiert 15.01.2015 15:48

«Politische Schaumschläger»

Junge SVP distanziert sich von Pegida Schweiz

Die Junge SVP will nichts mit den Organisatoren einer Schweizer Pegida-Demo zu tun haben. Deren Gesicht Ignaz Bearth sei ein «Schaumschläger».

von
lüs
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Mit diesem Banner wirbt Pegida Schweiz für ihre Kundgebung. Neben Ex-Pnos-Mitglied Ignaz Bearth sind Redner der europäischen Pegida-Bewegung angekündigt.

Mit diesem Banner wirbt Pegida Schweiz für ihre Kundgebung. Neben Ex-Pnos-Mitglied Ignaz Bearth sind Redner der europäischen Pegida-Bewegung angekündigt.

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Ignaz Bearth fungiert als Sprachrohr von Pegida. Daneben ist er Präsident der rechten Kleinpartei DPS.

Ignaz Bearth fungiert als Sprachrohr von Pegida. Daneben ist er Präsident der rechten Kleinpartei DPS.

zvg
Laut einem Facebook-Eintrag vom 9. Januar ist «PEGIDA Schweiz» nun ein Verein. Für den 16. Februar kündigt dieser eine Demonstration an.

Laut einem Facebook-Eintrag vom 9. Januar ist «PEGIDA Schweiz» nun ein Verein. Für den 16. Februar kündigt dieser eine Demonstration an.

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Noch vor Kurzem sagte Anian Liebrand, Präsident der Jungen SVP, er würde es begrüssen, wenn auch in der Schweiz Pegida-Kundgebungen stattfänden. Doch nun teilt die Parteileitung der Jungpartei mit, das Thema Pegida sei für sie erledigt.

Die Junge SVP finde es zwar wertvoll, wenn besorgte und engagierte Bürger auf demokratischem Weg ihr Recht auf Meinungsäusserung wahrnähmen. Doch eine Unterstützung für Pegida Schweiz habe man davon abhängig gemacht, ob die Organisatoren «professionell und seriös» seien.

Pegida-Gesicht ist ehemaliges SVP-Mitglied

Dies ist nach Ansicht der Jungen SVP nicht der Fall. Ignaz Bearth, der sich als Gesicht von Pegida Schweiz präsentiert, sei ein «zweifelhafter Exponent einer umstrittenen Kleinstpartei». Was in Deutschland zu einer «ernst zu nehmenden Volksbewegung» geworden sei, sei hierzulande von «politischen Schaumschlägern» beschlagnahmt worden.

Ignaz Bearth war Mitglied der rechtsextremen Pnos und gehörte eine Zeitlang auch der SVP an, bevor er die Direktdemokratische Partei Schweiz gründete. Zuletzt macht Bearth Schlagzeilen, weil er einen Teil der über 30'000 Likes seiner Faceboook-Profil offenbar gekauft hatte – über 40 Prozent seiner Anhänger sind Inder.

JSVP glaubt nicht an Zustandekommen von Demo

Liebrand glaubt nicht, dass Bearth mit seinem Plänen Erfolg haben wird: «Es ist eindeutig abzusehen, dass Pegida Schweiz keinen Rückhalt im Volk hat und zweifelhaft ist, ob es überhaupt zur angekündigten Kundgebung kommen wird.»

Stattfinden soll die Demo laut Bearth am 16. Februar an einem noch geheimen Ort. Bereits am 5. Februar will der rechtspopulistische Basler Grossrat Eric Weber in der Stadt Basel eine Pegida-Kundgebung durchführen – er hat bereits ein Bewilligungsgesuch eingereicht.

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