Kleinbrauereien: Junge und Expats befeuern Basler Brauereien-Boom
Aktualisiert

KleinbrauereienJunge und Expats befeuern Basler Brauereien-Boom

Lokales Bier wird immer beliebter. Vor allem Junge und Expats fliegen auf die Kreationen der Basler Kleinbrauereien.

von
Matthias Kempf
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Das gute Wetter hat Einfluss auf den Bierkonsum. Die Tanks der Basler Brauereien sind zum Bersten voll. Unser-Bier-Geschäftsführer Luzius Bosshard rechnet mit über 600'000 verkauften Litern Bier in diesem Jahr.

Das gute Wetter hat Einfluss auf den Bierkonsum. Die Tanks der Basler Brauereien sind zum Bersten voll. Unser-Bier-Geschäftsführer Luzius Bosshard rechnet mit über 600'000 verkauften Litern Bier in diesem Jahr.

mak
Für die Daheimgebliebenen in der Ferienzeit hat Unser Bier das «Feriebier» konzipiert. Rund 6000 Flaschen davon wurden an einem Tag abgefüllt.

Für die Daheimgebliebenen in der Ferienzeit hat Unser Bier das «Feriebier» konzipiert. Rund 6000 Flaschen davon wurden an einem Tag abgefüllt.

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Vor allem Expats und Junge sind für die lokalen Brauereien wichtige Konsumentengruppen. Unser Bier möchte nächstes Jahr rund 800'000 Liter Bier verkaufen.

Vor allem Expats und Junge sind für die lokalen Brauereien wichtige Konsumentengruppen. Unser Bier möchte nächstes Jahr rund 800'000 Liter Bier verkaufen.

mak

Es ist Bierwetter in Basel. Das spürt auch die junge Brauerei Volta Bräu. «Wir sind am Limit und dürfen uns im Moment keine Fehler erlauben», sagt Betriebsleiter Jarin Huber. 3500 Liter verkaufen sie pro Monat. Alle sechs Lagertanks sind rappelvoll mit insgesamt 12'000 Liter Bier.

Auch Luzius Bosshard, Geschäftsführer von Unser Bier, rechnet damit, dass seine Brauerei diesen Sommer ein paar hundert Liter Bier mehr verkauft als im letzten Jahr. 2014 waren es rund 600'000 Liter gewesen. Viel mehr gibt die Gundeldinger Brauerei nicht her. Nächstes Jahr werden drei neue Tanks angeschafft, womit die Kapazität auf 800'000 Liter steigt.

Am Limit operiert zurzeit auch die Braubude Basel. Der Verein produziert pro Monat 1000 Liter Bier. «Unsere Lagerkapazitäten lassen nicht mehr zu», sagt Vereinspräsident Daniel Baumgartner. Auch hier schmiedet man Expansionspläne. Aus dem Verein soll in den nächsten Jahren eine Firma werden.«Wir haben Bars als fixe Abnehmer, die eher von einem jüngeren Publikum frequentiert werden», sagt Baumgartner.

Saisonale Spezialitäten sind gefragt

Ein Grossteil des Erfolgs der lokalen Brauereien ist auch auf ihr saisonales Sortiment zurückzuführen. So profitiert beispielsweise Ueli Bier mit Spezialbier für das Basel Tattoo vom Erfolg des Grossanlasses. Und am Dienstag hat Unser Bier mit dem Abfüllen eines leichten Biers begonnen, das den Namen «Feriebier» trägt und sozusagen als zweiten Namen «Saint Jaques sur Plage» hat. So wurde früher das Gartenbad St. Jakob beschönigend genannt. «Früher in der Schule haben wir Kinder, die nicht so viel Geld hatten, den anderen immer erzählt, dass wir in Saint Jaques sur Plage waren, als diese von ihren tollen Sommerferien geschwärmt hatten», sagt Luzius Bosshard, Geschäftsführer von Unser Bier. «Der Name tönt nach einem noblen Ort.» Mit dem Ferienbier, dass seit Mittwochmorgen im Vertrieb ist, wollte Bosshard ein leichtes Bier für alle Daheimgebliebenen brauen.

Expats trinken starkes Bier

Hauptkonsumenten der lokalen Brauereien seien neben den Jungen die Expats. «Vor allem Amerikaner trinken unser Aypiey-Bier», sagt Bosshard. Das liege am Geschmack. Das obergärige Indian Pale Ale habe einen höheren Alkoholgehalt und sei für einige Europäer zu stark, sagt Bosshard. Gleiches hört man von Volta Bräu, wo ein grosser Teil der Klientel aus Expats besteht. «Jedes zweite verkaufte Bier ist ein Red Ale oder ein Indian Pale Ale», sagt Jarin Huber.

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