Kreise 4 und 5: Junge ziehen aus Zürcher Trendquartieren weg
Aktualisiert

Kreise 4 und 5Junge ziehen aus Zürcher Trendquartieren weg

Sie gelten als Hipster- und Ausgehviertel: die Kreise 4 und 5. Weil viele junge Personen diese Quartiere verlassen, könnten diese bald langweilig werden.

von
som
1 / 14
Zwölf Kreise gibt es in der Stadt Zürich: Viele haben in den letzten Jahren eine starke Verjüngung durchlebt. Sehen Sie in der Bildstrecke, ob Ihr Quartier auch dazugehört.

Zwölf Kreise gibt es in der Stadt Zürich: Viele haben in den letzten Jahren eine starke Verjüngung durchlebt. Sehen Sie in der Bildstrecke, ob Ihr Quartier auch dazugehört.

Wikipedia/Tschubby
In der City lebten gemäss Statistik Stadt Zürich Ende 2017 5728 Menschen, das sind 58 weniger als 2000. 1657 Personen sind unter 30, das sind 116 (-6,5 Prozent) weniger  als im Jahr 2000. Neugeborene gab es im letzten Jahr 39.

In der City lebten gemäss Statistik Stadt Zürich Ende 2017 5728 Menschen, das sind 58 weniger als 2000. 1657 Personen sind unter 30, das sind 116 (-6,5 Prozent) weniger als im Jahr 2000. Neugeborene gab es im letzten Jahr 39.

Wikipedia/Tschubby
Im Kreis 2 lebten gemäss Statistik Stadt Zürich Ende 2017 33'593 Menschen, das sind 4658 mehr als 2000. 10'919 Personen sind unter 30, das sind 2039 mehr (+23 Prozent)  als im Jahr 2000. Neugeborene gab es im letzten Jahr 454, was seit dem Jahr 2000 einer Zunahme von 61 Prozent entspricht.

Im Kreis 2 lebten gemäss Statistik Stadt Zürich Ende 2017 33'593 Menschen, das sind 4658 mehr als 2000. 10'919 Personen sind unter 30, das sind 2039 mehr (+23 Prozent) als im Jahr 2000. Neugeborene gab es im letzten Jahr 454, was seit dem Jahr 2000 einer Zunahme von 61 Prozent entspricht.

Wikipedia/Tschubby

Restaurant, Bars und Clubs prägen das Strassenbild an vielen Orten im Kreis 4 und 5. Angebote für junge Bewohner in Hülle und Fülle also, könnte man meinen. Die Zahlen von Statistik Stadt Zürich zeigen aber ein anderes Bild. In den 17 letzten Jahren nahm der Anteil der unter 30-Jährigen ab: 37 Prozent der Einwohner im Kreis 4 waren im Jahr 2000 zwischen 0 und 29 Jahre alt, Ende 2017 waren es nur noch 32 Prozent.

Im Kreis 5 sank in dieser Zeit der Anteil an unter 30-Jährigen gar von 39 auf 30 Prozent. Gleichzeitig sind gemäss Statistik Stadt Zürich auch die Wohnungspreise in diesen Stadtkreisen gestiegen.

Studenten und Migranten werden vertrieben

Das bestätigt Walter Angst, Sprecher des Stadtzürcher Mieterverbandes: «Früher lebten im Kreis 4 etwa viele Migranten, die jeweils mehrere Kinder hatten.» Da aber mittlerweile dort zahlreiche Siedlungen saniert worden seien, seien die Wohnungen teuer geworden: «Einige ziehen auch weg, weil sie sich in den stark veränderten Quartieren nicht mehr zu Hause fühlen.»

Auch dass verhältnismässig weniger 20- bis 29-Jährige in den Kreisen 4 und 5 leben, hat laut Angst mit den Wohnungspreisen zu tun: «Im Gegensatz zu früher ist es heute für Studenten schwieriger, in diesen Quartieren ein WG-Zimmer für 500 oder 600 Franken zu finden.» Eine 4-Zimmer-Wohnung koste oft 3000 Franken und mehr: «Das können sich in der Regel nur kinderlose Paare mit doppeltem Einkommen leisten.» So etwa 30- bis 39-Jährige, deren Anteil in diesen Kreisen zugenommen habe.

Altstetten und Oerlikon als Hipsterquartier?

Diese Entwicklung sei schlecht für die soziale Durchmischung und könnte sich längerfristig auf das kulturelle Angebot in der Gegend auswirken, so Angst: «Früher nahmen die Mieter in den günstigen Wohnungen Lärm eher in Kauf. Heute gibt es aber immer wieder Klagen, weil sich die Bewohner durch Lokale gestört fühlen.»

Gut möglich, dass sich Clubs, Bars und Restaurants deshalb in anderen Gebieten ansiedeln werden, wo sie mehr Freiräume haben. «Es kann sein, dass dann Altstetten oder Zürich-Nord angesagt sein werden, während die Kreise 4 und 5 als langweilig und versnobt gelten.»

Deine Meinung