«Sie sind sexuell am aktivsten» – Junge Zürcher dürfen sich bald gratis auf HIV und Tripper testen lassen
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«Sie sind sexuell am aktivsten»Junge Zürcher dürfen sich bald gratis auf HIV und Tripper testen lassen

Zürich vereinfacht den Testzugang für sexuell übertragbare Infektionen. Mit dem Pilotprojekt soll das Testverhalten der sexuell aktiven jungen Bevölkerung verbessert werden.

von
Monira Djurdjevic
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Hauptzielgruppe des Pilotprojekts ist die jüngere Bevölkerung in der Stadt Zürich. 

Hauptzielgruppe des Pilotprojekts ist die jüngere Bevölkerung in der Stadt Zürich.

Getty Images/iStockphoto
«Sie ist sexuell am aktivsten und hat öfter wechselnde Sexualpartnerinnen und -partner», so Morten Keller, Direktor der Städtischen Gesundheitsdienste. 

«Sie ist sexuell am aktivsten und hat öfter wechselnde Sexualpartnerinnen und -partner», so Morten Keller, Direktor der Städtischen Gesundheitsdienste.

20min/sac
Laut Francisca Boenders, Geschäftsführerin bei Sexuelle Gesundheit Zürich (SeGZ), ist vor allem bei jungen Menschen die Hürde gross, sich testen zu lassen.

Laut Francisca Boenders, Geschäftsführerin bei Sexuelle Gesundheit Zürich (SeGZ), ist vor allem bei jungen Menschen die Hürde gross, sich testen zu lassen.

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Darum gehts

  • Ein Grossteil der in der Schweiz diagnostizierten Infektionen wird in Zürich festgestellt.

  • Weil die Infektionen oft lange unentdeckt bleiben und sich so schneller verbreiten, startet die Stadt nächstes Jahr ein Pilotprojekt.

Stadt Zürich führt Gratistests für sexuell übertragbare Infektionen ein. Hauptzielgruppe des Projekts sind die jüngeren Bevölkerungsschichten in der Stadt Zürich. «Sie sind sexuell am aktivsten und haben öfter wechselnde Sexualpartnerinnen und -partner», sagte Morten Keller, Direktor der Städtischen Gesundheitsdienste am Mittwoch vor den Medien. Zudem sei das Bewusstsein über die Risiken von sexuell übertragbaren Infektionen bei jüngeren Menschen oft noch nicht vollständig ausgeprägt.

«Die Infektionen bleiben so oft lange unentdeckt und können sich schneller und unbemerkt verbreiten», erklärt Keller. Ein Grossteil der in der Schweiz diagnostizierten Infektionen, die sogenannten «big five» wie HIV, Syphilis, Chlamydien, Tripper und Hepatitis, werde in Zürich festgestellt. Mit dem Pilotprojekt soll nicht nur das Testverhalten, sondern auch die Prävention, unter anderem die Frage nach der Verhütung, verbessert werden.

«Hürde, sich testen zu lassen, ist gross»

Laut Francisca Boenders, Geschäftsführerin bei Sexuelle Gesundheit Zürich (SeGZ), ist vor allem bei jungen Menschen die Hürde gross, sich testen zu lassen. Gründe dafür seien Scham und Angst. Hinzu komme der finanzielle Faktor. «Ein Test kostet rund 160 Franken und wird in der Regel über die Krankenkasse abgerechnet», sagt Boenders. «Junge Menschen, die über kein oder ein geringes Einkommen verfügen und hohe Krankenkassenfranchisen haben, können sich die Tests oftmals nicht leisten.» Die Gratistests sowie die kostenlose Beratung werde man deshalb für Menschen unter 25 Jahren anbieten.

Auch Personen, die eine KulturLegi besitzen und sich aufgrund ihres tiefen Einkommens die Tests nicht leisten können, sollen von diesem Angebot Gebrauch machen. Testmöglichkeiten wird es unter anderem im Checkpoint Zürich, im Test-In der SeGZ, aber auch in vereinzelten Clubs, Bars und an Veranstaltungen geben. Stadtzürcher und Stadtzürcherinnen können sich dafür online und anonym anmelden. Das Pilotprojekt startet im Herbst 2022 und dauert drei Jahre. Die Kosten belaufen sich auf 2,6 Millionen Franken.

Weitere Informationen dazu auf segz.ch.

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