Typische Berufswünsche: Jungen wollen Polizist werden, Mädchen Lehrerin

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Typische BerufswünscheJungen wollen Polizist werden, Mädchen Lehrerin

Eine Wohltätigkeitsorganisation warnt vor stark unterbesetzten Sektoren. Schon Kinder würden sich an für ihr Geschlecht typischen Berufen orientieren.

von
bz
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Das Top-Sujet unter den Berufen ist bei den Mädchen die Lehrerin.

Das Top-Sujet unter den Berufen ist bei den Mädchen die Lehrerin.

Education and Employers
Und die Jungs möchten gerne Mechaniker oder Polizist werden.

Und die Jungs möchten gerne Mechaniker oder Polizist werden.

Education and Employers
Ein Verkehrsmittel, das noch immer begeistert, ist der Zug. So möchten einige Kinder Lokführer werden.

Ein Verkehrsmittel, das noch immer begeistert, ist der Zug. So möchten einige Kinder Lokführer werden.

Education and Employers

Die Jungen träumen von einem Beruf als Polizist oder von einem Job im Militär. Die Mädchen wollen am liebsten Lehrerin werden. Diese Berufe zählen zu den Top-Sujets der Kinder, die ihren idealen zukünftigen Job zeichneten, wie aus dem Bericht «Drawing the Future» hervorgeht.

Die Wohltätigkeitsorganisation Education and Employers mit Sitz in Grossbritannien veröffentlichte die erste globale Studie, die Kinder im Alter von sieben bis elf Jahren direkt nach ihren Berufswünschen fragte. Über 20'000 Einsendungen gingen von überall aus der Welt ein, darunter auch aus der Schweiz (siehe Bildstrecke).

Stereotype bilden sich früh heraus

Der Bericht zeige, dass der Unterschied zwischen den Berufswünschen von Kindern zwischen 7 und 17 Jahren marginal sei, schreibt Education and Employers. «Allzu oft beruht dieser auf Geschlechterstereotypen und sozioökonomischen Hintergründen und wird von Fernsehen, Film und Radio beeinflusst.» Einige für die wirtschaftliche Entwicklung unerlässliche Sektoren würden in der Zukunft wahrscheinlich stark unterbesetzt sein.

Der Bericht, der am Donnerstag am WEF in Davos Wirtschafts- und Unternehmensführern aus der ganzen Welt vorgestellt wird, sei eine Antwort auf die jüngsten Erkenntnisse des Weltwirtschaftsforums. Laut diesem hat sich der globale Gendergap im Jahr 2017 vergrössert. «Drawing the Future» zeige, dass sich bereits vor dem Eintritt in die Arbeitswelt Geschlechterstereotype herausbilden würden.

Grosser Einfluss von Eltern und TV

Um die Faktoren zu ermitteln, die bei der Berufswahl entscheidend mitwirken, wurden die Teilnehmer auch gefragt, ob sie persönlich jemanden mit dem Jobprofil kennen, und falls nicht, woher ihnen der Job geläufig sei, sowie nach ihrem Lieblingsschulfach.

Eltern und andere Familienangehörige gingen als die grössten Einflussnehmer hervor. Oft gaben die Kinder auch an, jemanden persönlich zu kennen, der diesen Job ausübe. Nur in Uganda und Sambia übt der Lehrer den grössten Einfluss aus. Kannte ein Jugendlicher nicht persönlich jemanden mit diesem Beruf, sind TV und Film der grösste Einflussfaktor, wiederum mit Ausnahme von Uganda und Sambia. In allen Ländern gaben weniger als ein Prozent der Kinder an, von einem Freiwilligen aus der Arbeitswelt, der auf Schulbesuch kam, von dem Job gehört zu haben.

Besseren Zugang zu Vorbildern gefordert

Die Umfrage sei ein Beweis dafür, «dass es uns trotz staatlicher Interventionen nicht gelingt, junge Menschen für eine Karriere in künftigen Wachstumsbranchen zu gewinnen, auch in Bereichen, in denen bereits erhebliche Qualifikationslücken bestehen».

«Drawing the Future zeigt, wie wichtig es ist, dass Kinder im Grundschulalter schon in jungen Jahren einen besseren Zugang zu Vorbildern aus der Arbeitswelt haben», sagt Nick Chambers, CEO von Education and Employers. Dies sei entscheidend, um sicherzustellen, dass Kinder die Welt, in der sie aufwachsen, besser verstünden, sich der grossen Bandbreite an Karrieremöglichkeiten bewusst seien und gewisse Optionen nicht schon in jungen Jahren ausschlössen.

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