Ins Mittelmeer verirrt - Junger Grauwal Wally entkräftet vor Mallorca aufgetaucht
Publiziert

Ins Mittelmeer verirrtJunger Grauwal Wally entkräftet vor Mallorca aufgetaucht

Biologen sorgen sich um den jungen Grauwal Wally, der sich seit mehreren Monaten im Mittelmeer aufhält. Nun ist er vor Mallorca aufgetaucht – und wirkt stark geschwächt.

1 / 5
Ein Biologe entnimmt Wally vor dem südfranzösischen Argeles-Sur-Mer eine Hautprobe.

Ein Biologe entnimmt Wally vor dem südfranzösischen Argeles-Sur-Mer eine Hautprobe.

Reuters
Wally weilt schon seit Monaten im Mittelmeer.

Wally weilt schon seit Monaten im Mittelmeer.

Reuters
Hier wurde Wally vor Sète fotografiert.

Hier wurde Wally vor Sète fotografiert.

AFP

Darum gehts

  • Seit Monaten schwimmt im Mittelmeer ein junger Grauwal, den Biologen Wally getauft haben. Nun wurde er vor Mallorca gesichtet.

  • Das Tier hatte sich wohl an der US-Pazifikküste verirrt und war via Atlantik bis ins Mittelmeer geschwommen.

  • Weil er sein gewohntes Nahrungsangebot nicht findet, droht Wally zu verhungern.

Ein seit Monaten im Mittelmeer umherirrender Grauwal ist nun vor der Küste Mallorcas gesichtet worden. Wally, wie das Jungtier von Biologen getauft wurde, schwamm am Donnerstag stark abgemagert in der Bucht von Santa Ponça im Südwesten der Insel, wie die Regionalzeitung «Diario de Mallorca» (Bezahlartikel) und andere Medien unter Berufung auf Experten berichteten. Grauwale sind eigentlich im Pazifik beheimatet. Vor Mallorca war ein Exemplar zuletzt vor elf Jahren gesichtet worden.

Anwohner seien auf das Säugetier aufmerksam geworden und hätten Rettungskräfte alarmiert, hiess es. Mitarbeiter der für die Rettung von Meerestieren zuständigen Stiftung des Palma Aquariums seien bereits bei Wally und kümmerten sich um ihn. Der mallorquinische Notfalldienst veröffentlichte auf Twitter ein Video des Tieres.

Txema Brotons von der Meeresschutz-Organisation Tursiops wurde von «Diario de Mallorca» mit den Worten zitiert, das Tier sei bereits sehr stark abgemagert und wohl todkrank. Es werde wohl bald verhungern, denn im Mittelmeer könne es nicht die Krusten- und Weichtiere finden, von denen sich Grauwale ernähren. Der Biologe rief Bootsbesatzungen dazu auf, sich dem Wal nicht zu nähern.

Wegen Klimawandel verirrt?

Der junge Grauwal hat sich vermutlich wegen des Klimawandels aus dem Pazifik ins Mittelmeer verirrt. Es gilt als sicher, dass es sich um dasselbe Tier handelt, das zuvor im März vor der Küste Nordafrikas, im April vor Italien und später vor Südfrankreich sowie zuletzt auch an der spanischen Ostküste gesichtet worden war.

Nach Vermutung von Experten hat sich der höchstens zwei Jahre alte Wal im Pazifik an der Westküste der USA verirrt. Er sei dann möglicherweise durch die Nordwestpassage in den Nordatlantik gelangt, die durch die Klimaerwärmung leichter zu passieren sei. Das Tier könnte zwar mit einigem Glück durch die Meerenge von Gibraltar in den Atlantik zurückkehren. Experten befürchten jedoch, dass es dann aber kaum zurück in den Pazifik gelangen wird.

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

(DPA/trx)

Deine Meinung

0 Kommentare