Viel zu schnell: Junger Raser zu neun Monaten Haft verurteilt
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Viel zu schnellJunger Raser zu neun Monaten Haft verurteilt

Ein 20-Jähriger fuhr auf einer Nebenstrasse mit 186 Stundenkilometern. Das Bezirksgericht Weinfelden verurteilte ihn nun zu einer Freiheitsstrafe von 20 Monaten.

von
jeh
Der Jungraser wurde mit 186 Kilometer pro Stunde geblitzt. (Symbolbild)

Der Jungraser wurde mit 186 Kilometer pro Stunde geblitzt. (Symbolbild)

Im Mai des vergangenen Jahres raste ein Ford Focus mit 186 Kilometern pro Stunde über eine holprige Nebenstrasse zwischen Riedt und Sulgen. Am Steuer sass ein 20-jähriger Autolenker, mit im Auto waren zwei Kollegen, denen er zeigen wollte, was der Wagen drauf. Der Raser wurde bei seiner Imponierfahrt geblitzt.

Knapp ein Jahr ist seitdem vergangen. Gestern stand der junge Mann vor dem Bezirksgericht Weinfelden, wie das «St.Galler Tagblatt» berichtet. Er sei naiv gewesen und habe sich nichts dabei gedacht , so der Junglenker vor Gericht.

Bereits vorbestraft

Zunächst behauptete er, dass seine Kollegen ihn zur Wahnsinnsfahrt angestachelt hätten, zeigte aber wenig später Einsicht. Er habe «mega Angst» gehabt und deshalb gelogen, wie er nun eingestand. Tatsächlich sei er alleine schuld.

Der Mann ist laut «Tagblatt» einschlägig vorbestraft. Bereits im Juni 2012 war er mit 130 statt 80 Stundenkilometern unterwegs gewesen. Damals brummte ihm die Staatsanwaltschaft lediglich eine Geldstrafe auf. So glimpflich kommt der 20-Jährige diesmal nicht weg. Denn seit 2013 fasst das Strassenverkehrsgesetz die Schnellfahrer härter an. Wer ausserorts mit Tempo 140 statt 80 unterwegs ist, für den gilt eine Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr bis zu vier Jahren.

Neun Monate absitzen

Laut dem Verteidiger ist der junge Mann bereit, für seine Taten gerade zu stehen. Die Folgen seiner Tat hat er schon zu spüren bekomnmen. Auf seinen angestrebten Militärdienst dürfte er bei dieser Vorstrafe keine Chance haben. Auch beruflich habe er Nachteile, da er auf den Fahrausweis angewiesen ist. Immerhin konnte er die Arbeitsstelle behalten. Der Angeklagte und die Staatsanwaltschaft hatten sich bereits vor den Verhandlungen auf eine Freiheitsstrafe von 20 Monaten geeinigt. Davon muss er neun Monate absitzen. Elf Monate werden bedingt gewährt. Die neun Monate soll der Angeklagte in Halbgefangenschaft absitzen, damit er den Arbeitsplatz nicht verliert.

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