WEINFELDEN: Junger Stadtluchs sorgt für Unruhe
Aktualisiert

WEINFELDENJunger Stadtluchs sorgt für Unruhe

Seit Weihnachten hat Weinfelden einen Stadtluchs. Gefahr für Menschen besteht kaum, wohl aber für Kaninchen und Katzen.

von
Sascha Schmid

Eigentlich sind Luchse kaum zu Gesicht zu bekommen. Beim Weinfelder Stadtluchs ist das anders. Jagdaufseher Hansjörg Isler konnte ihn am 26. Dezember laut «Thurgauer Zeitung» seelenruhig fotografieren, als er mit einem gestohlenen Kaninchen durch Weinfelden schlich. «Ein absoluter Sonderfall», so Isler.

Er kann sich das nur so erklären, dass der etwa 7 Monate junge Luchs ein Waisenkind und darum in der Stadt nach leichter Beute aus ist. Dabei kommen ihm private Kaninchengehege gelegen. Das ist nicht unproblematisch: «Es besteht die Gefahr, dass er lernt, dass es hier zu fressen gibt», so der Thurgauer Jagdverwalter Roman Kistler. Katzen und Füchse müssen sich deshalb auch vor dem Luchs in Acht nehmen.

Das sorgt in der Bevölkerung für Verunsicherung. «Die Leute fragen sich, was so ein Luchs in der Stadt tut», so Kistler. Angst ist aber nicht angebracht: Luchse seien Fluchttiere und es gab noch nie Berichte von Angriffen auf Menschen. Für die SVP-Politikerin Marianne Steiner ist der Stadtluchs dennoch ein Problem: «Es zeigt, dass das staatliche Ansiedelungs-Projekt versagt hat. Wildtiere brauchen Platz, den wir in unserem dicht besiedelten Land nicht haben.»

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