Luzern: Junger Töfffahrer filmte seine Raserfahrten

Aktualisiert

LuzernJunger Töfffahrer filmte seine Raserfahrten

Mit einem selbstgebauten Schalter konnte ein junger Zuger die Leistung seiner Suzuki verdreifachen – und diese Leistung probierte er auch aus. Jetzt muss er fast 16'000 Franken zahlen.

von
mme
Zwei Jahre bedingt: Das Luzerner Kriminalgericht hat einen Töfffahrer wegen «mehrfacher qualifizierten groben Verletzung der Verkehrsregeln durch Überschreiten der signalisierten Höchstgeschwindigkeit» verurteilt.

Zwei Jahre bedingt: Das Luzerner Kriminalgericht hat einen Töfffahrer wegen «mehrfacher qualifizierten groben Verletzung der Verkehrsregeln durch Überschreiten der signalisierten Höchstgeschwindigkeit» verurteilt.

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Warum rast ein junger Mann mit seinem Töff? Zum Beispiel darum: «Der Beschuldigte gibt an, es habe ihn gereizt, mehr Gas zu geben als erlaubt, da er habe wissen wollen, wie schnell sein Motorrad fahren könne.» So steht es in der Anklageschrift zu einem Urteil des Luzerner Kriminalgerichts. Dem jungen Raser, einem 25-Jährigen aus dem Kanton Zug, wird darin vorgeworfen, durch «besonders krasse Missachtung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit» einen Unfall mit Schwerverletzten oder Todesopfern riskiert zu haben. Weiter steht dort: «Der Beschuldigte filmte seine Fahrten, um seine Fahrfähigkeit und seine Bereitschaft zu massiven Geschwindigkeitsexzessen unter Beweis zu stellen.»

Gefahrenschild warnte vor Kindern

Konkret werden dem Töfffahrer acht Fahrten vorgeworfen, bei denen er die Höchstgeschwindigkeit zum Teil deutlich überschritt. Im Juli 2013 etwa war er in Inwil ausserorts fast 90 km/h zu schnell unterwegs. Ebenfalls in Inwil überschritt er mit seiner Suzuki GSX-R600X innerorts die Höchstgeschwindigkeit um durchschnittlich 52 km/h – auf einer Strasse, bei der ein Gefahrensignal vor Kindern warnt, schreibt die Staatsanwaltschaft weiter.

Klick, und der Töff hatte Power

Der Töff des Mannes war zudem manipuliert, wie aus der Anklage hervorgeht: Als Inhaber des Führerausweises Kategorie A / beschränkt durfte der Mann nur Töffs mit einer Leistung von 25 kW fahren; auf genau diese Leistung war seine Suzuki auch zugelassen. Doch das war dem Mann offensichtlich zu wenig: Er montierte laut Stawa am Motor einen Schalter – und wenn er den betätigte, konnte er die Leistung seines Töffs mehr als verdreifachen; nämlich auf 78,6 kW.

Zwei Jahre Gefängnis und hohe Kosten

Dem von der Staatsanwaltschaft geforderten Strafmass folgte das Luzerner Kriminalgericht im Wesentlichen: Der Mann wurde wegen mehrfacher qualifizierten groben Verletzungen der Verkehrsregeln zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren und einer Busse von 4000 Franken verurteilt. Zusätzlich muss er für 11'695.95 Franken Verfahrenskosten aufkommen. 3300 Franken brachte die Verwertung seiner beschlagnahmten Suzuki, was an die Verfahrenskosten angerechnet wird. Das Urteil ist rechtskräftig.

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