Aktualisiert 29.06.2016 10:34

TGIFWJunges Label bringt faire Mode in die Schweiz

Ein junges Paar aus St. Gallen will mit moderner und nachhaltiger Mode in der Schweiz durchstarten. Die Schweizer Designs werden unter fairen Bedingungen in Nepal hergestellt.

von
afa
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«Vor zwei Jahren hängte ich meine Karriere als Transformationsmanagerin an den Nagel und reiste nach Nepal», erzählt Carmen Lama aus St. Gallen. «Das Land hat mich schon immer fasziniert», sagt die 35-Jährige, die seit zehn Jahren regelmässig Nepal bereist. Dort habe sie die von Frauen handgemachten Schals entdeckt. Sie nahm einige davon mit in die Schweiz. Lama: «Da entwickelte ich die Idee, ein Fair-Fashion-Label zu gründen.»

Zwei Jahre später hat sich das Label TGIFW soweit etabliert, dass es einen eigenen Online-Shop hat. «TGIFW steht für 'Thank God it's Fair Wear', also frei übersetzt für 'Zum Glück ist es faire Kleidung'», erklärt Lama. Boxy Shirts, passende Culottes aus Hanf und Bio-Baumwolle, Kleider aus Bambus, handgewobene Leinen-Schals mit Löwenzahn-Print sind nur einige der Produkte der Sommer-Kollektion von TGIFW.

Swiss Design made in Nepal

«Die Kleider werden von drei jungen Schweizer Designerinnen entworfen», sagt Lama. Das St. Galler Fair-Fashion-Label produziere ausschliesslich in Nepal und arbeite mit kleinen Betrieben zusammen. «Ich möchte mich für Frauen in Nepal engagieren und ihnen Entwicklungs- und Entfaltungsmöglichkeiten bieten, indem ich ihnen Arbeitsplätze zu sehr fairen Bedingungen schaffe und ihnen ein Mitspracherecht gebe», sagt die 35-Jährige aus St. Gallen.

Das Abenteuer, auf das sich die St. Gallerin einliess, gestaltete sich nicht immer einfach: «Wegen des Erdbebens im vergangenen Jahr und politischen Problemen in Nepal konnten wir teilweise kaum produzieren.» Sie habe ihr gesamtes Privatvermögen in die Firma investiert. Der Kundenstamm sei noch klein und sie frage sich manchmal, ob das Geschäft je Gewinn abwerfen wird. «Doch jedes Mal, wenn bei uns bestellt wird, gibt mir das Motivation weiterzumachen.»

Grosse Zukunftspläne

Durch die Gründung des Labels TGIFW habe sie auch viel Schönes erlebt, sagt Carmen Lama. «Ich habe meinen Mann Tashi in Nepal kennengelernt.» Er führe das Unternehmen gemeinsam mit ihr und verhandelt mit den Betrieben in Nepal, managt die Produktion und die Finanzen. Alle Entscheide werden gemeinsam gefällt. Das frischgebackene Ehepaar lebt in St. Gallen, von wo aus es die Kleidungsstücke verschickt. Vier Tage in der Woche arbeitet die 35-Jährige an der Universität St. Gallen und berät Unternehmen, die Studierende rekrutieren wollen. Den Rest ihrer Zeit widmet sie TGIFW.

«In der Zukunft wollen wir eine kleine Produktion in Nepal errichten», sagt Lama. Im Moment würde TGIFW nur Frauenschals und -kleidung anbieten, doch das solle sich ändern: «Wir planen irgendwann auch Männer- und Kinderkleidung herzustellen.» Bald werde man man aber erstmal handgeknüpfte Teppiche bestellen und dabei das Design komplett selber erstellen können. Trotz der Diversifikation will Lama ihr grosses Ziel nicht aus den Augen verlieren: «Wir wollen eines der coolsten Schweizer Jungesigner-Label sein!»

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