Clubsterben: Jungliberale fordern Ausgangszonen
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ClubsterbenJungliberale fordern Ausgangszonen

Der drohende Zapfenstreich dreier bekannter Basler Clubs ruft die Politik auf den Plan. Die Jungliberalen fordern lärmtolerante Ausgangszonen.

von
lha

Versinkt Basel bald in der Provinzialität? Oder wird die Stadt gar zum grössten Freilichtmuseum vor der Hausschwelle? Die Basler Jungliberalen machen sich ersthafte Sorgen um die Zukunft des Basler Nachtlebens. Die auslaufenden Zwischennutzungsverträge, die das Ende des mittlerweile weltweit bekannten Clubs Nordstern (Ende 2015) und des mindestens national bekannten Hinterhofs (Frühling 2016) besiegeln, haben in der Stadt ein mittleres Erdbeben ausgelöst. Auch die Garage bei der Kuppel schliesst Ende Jahr und bei der Lady Bar fahren im Sommer 2016 die Bagger auf.

«Aus unserer Sicht entspricht dies weder dem Volkswillen noch der liberalen Tradition der Stadt», sagt Michael Hug, Präsident der Jungliberalen Basel-Stadt. Er fordert jetzt ein radikales Umdenken der Behörden in Bezug auf Bewilligungsverfahren, der Lärmemissionsbemessung und generellen Akzeptanz gegenüber dem Nachtleben. Eine Lösung sieht die Jungpartei in der Schaffung von Ausgangszonen mit höherer Lärmtoleranz. Die Steinenvorstadt oder die Feldbergstrasse würden sich dazu anbieten, so Hug.

Kulturnahe Grossräte bereits aktiv

Mit ihrem Anliegen rennen die Jungliberalen möglicherweise offene Türen ein. Das Bündnis «Kulturstadt Jetzt!», dem auch mehrere Grossräte angehören, plant bereits einen parlamentarischen Vorstoss zum Clubsterben. Über den konkreten Inhalt ist noch nichts bekannnt. Auch der Basler Kulturchef Philippe Bischof äusserte gegenüber 20 Minuten bereits den Wunsch nach einem Konzept Nachtleben, wie es Bern kennt. Dies würde Einzelpersonen die Handhabe entziehen, Clubs mit Lärmklagen das Leben zu erschweren.

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