Chancengleichheit: Jungs sind schlauer und fauler als Mädchen
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ChancengleichheitJungs sind schlauer und fauler als Mädchen

Eigentlich wollten Zürcher Bildungsforscher beweisen, dass Migrantenkinder ihr schulisches Potenzial nicht ausschöpfen. Dann merkten sie: Es sind die Knaben, die sich nicht entfalten können – oder wollen.

von
job

Forscher der Uni Zürich sind in einer Studie auf ein Resultat gestossen, das sie selbst überrascht, wie der Tages-Anzeiger heute berichtet. Das war die Versuchsanordnung: 3500 Primarschüler mussten an der Aufnahmeprüfung für das Gymnasium einen Intelligenztest ablegen. Damit wollten die Forscher das Potenzial testen, das in den Schülern steckt, und dann mit den Resultaten der Aufnahmeprüfung vergleichen.

Ihre Annahme: Intellligente Kinder aus Migrantenfamilien schaffen die Gymi-Prüfung weniger oft, weil sie im Vergleich zu den Schweizer Mitschülern von den Eltern zu wenig gefördert werden und die deutsche Sprache weniger gut beherrschen.

Ehrgeiz uncool

Als die Bildungsforscher die Tests auswerteten, zeichnete sich ein anderes Bild ab, berichtet der Tages-Anzeiger weiter: Es sind weniger die Migrantenkinder, sondern vielmehr die Knaben, die ihr Potenzial nicht ausschöpfen. Einige Knaben erreichten im Intelligenztest Spitzenresultate, fielen dann aber durch die Gymi-Prüfung.

Studienleiter Urs Moser sagte gegenüber dem Tages-Anzeiger: «Vermutlich ist ihre Lernbereitschaft kleiner als die der Mädchen.» Auch Lu Decurtins vom Netzwerk für schulische Bubenarbeit sagte gegenüber dem Tagi, dass Ehrgeiz und gute Leistungen in der Schule bei Knaben als uncool gelten würden.

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