Aktualisiert 29.09.2009 09:15

Grausame Folter

Jungs terrorisierten Mutter - alle schauten zu

Drangsalierende Jugendliche und ignorante Behörden haben eine alleinerziehende Mutter eines entwicklungsbehinderten Kindes in Grossbritannien in den Tod getrieben. In den Tod mitgenommen hat sie auch ihre 18-jährige Tochter.

Dies ist das Ergebnis einer offiziellen gerichtlichen Untersuchung zum Tod der Frau, die bei ihrem Selbstmord im Oktober 2007 auch ihre behinderte Tochter tötete. Die polizeiliche Aufsichtsbehörde kündigte Ermittlungen zur Reaktion der Polizei an.

Eine Gruppe Jugendlicher habe die Familie mehr als zehn Jahre lang terrorisiert, befanden die Geschworenen in Loughborough am Montag. Sie hätten gegen das Haus uriniert, es mit Steinen und Eiern beworfen, den Garten verwüstet und die Kinder schikaniert. Einige der Gruppe waren demnach erst zehn Jahre alt.

Trotz vielfacher Anrufe bei der Polizei und verzweifelter Briefe an den örtlichen Parlamentsabgeordneten hätten die Behörden nicht eingegriffen, heisst es in der Untersuchung weiter. Die Polizei habe nach einem der 33 Anrufe der Mutter erklärt, die Frau würde überreagieren. Ein anderes Mal wurde ihr empfohlen, doch einfach die Vorhänge zu schliessen. Die Frau brachte sich und die 18-jährige Tochter schliesslich um, indem sie ihren Wagen in Brand steckte. Ihr Sohn ist heute 19 Jahre alt.

Innenminister Alan Johnson sprach von einem schockierenden und äusserst betrüblichen Fall. Die Polizei und die örtlichen Behörden hätten «einige schwierige Lektionen» zu lernen. Die Polizei von Leicestershire entschuldigte sich bei der Familie.

(dapd)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.