Veruntreuung?: Jungverleger vor dem Basler Strafgericht
Aktualisiert

Veruntreuung?Jungverleger vor dem Basler Strafgericht

Seit gestern steht ein Basler Jungverleger vor dem Strafgericht. Die Vorwürfe: Veruntreuung und Urkundenfälschung.

von
Denise Dollinger
Verleger Dominique Hiltbrunner wartet auf das Urteil des Strafgerichts.

Verleger Dominique Hiltbrunner wartet auf das Urteil des Strafgerichts.

Der 33-jährige Dominique Hiltbrunner machte sich 1999 selbstständig, 2005 stieg er als Verkäufer bei der Business Guide AG (GTS BG) ein. Kurze Zeit später wurde er mit der Übernahme von 60 Prozent der Aktien Geschäftsführer. Erfolgreich sei man gewesen, so Hiltbrunner gestern vor Gericht. Das wichtigste und umsatzstärkste Produkt war die sechsmal jährlich erscheinende englischsprachige Zeitschrift «Business Guide». Doch der Triumph hielt nicht lange an. Nach rund einem Jahr kam es zwischen dem Angeklagten und dem früheren Geschäftsführer Robert Gloor zu einem Streit, der im Januar 2008 eskalierte: Gloor warf Hiltbrunner vor, er habe die GTS BG «systematisch ausgehöhlt» und in Konkurs gehen lassen. «Ich habe faktisch eine Firma gekauft, die bereits Konkurs war», verteidigt sich der Jungverleger. Kurz nach der Übernahme habe er in der Buchhaltung ein Loch von 600 000 Franken entdeckt.

Urteil kommt am Freitag

Gloor wie auch Hiltbrunner sind in der Verlagsszene als gewiefte Businessmen bekannt. Letzterer etwa hat als Verleger die Gratiszeitung «Spatz» übernommen und wollte 2011 die «Basler Zeitung» sanieren. Durch den Zwist mit Gloor sind weitere Ungereimtheiten aufgetaucht. So soll Hiltbrunner sich etwa die Beglaubigung der Werbemedienforschung erschlichen haben. Das Urteil wird morgen erwartet.

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