Kanton Graubünden - Jungwölfe aus Stagias-Rudel dürfen nicht abgeschossen werden
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Kanton GraubündenJungwölfe aus Stagias-Rudel dürfen nicht abgeschossen werden

Ein vom Kanton Graubünden beim Bafu eingereichtes Gesuch zum Abschuss zweier Wölfe wurde abgelehnt. Die Kriterien dafür seien nicht erfüllt.

von
Katja Fässler
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Dieser Wolf wurde erst Ende Juli 2020  als Jungwolf des Stagias-Rudels ausgemacht.

Dieser Wolf wurde erst Ende Juli 2020 als Jungwolf des Stagias-Rudels ausgemacht.

Amt für Jagd und Fischerei GR
Die Zahl der Wolfsrudel in der Schweiz nimmt zu. 

Die Zahl der Wolfsrudel in der Schweiz nimmt zu.

Amt für Jagd und Fischerei GR 
Das Wolfsrudel Beverin gilt als Problem-Rudel.

Das Wolfsrudel Beverin gilt als Problem-Rudel.

Amt für Jagd und Fischerei GR

Darum gehts

  • Zwei Jungwölfe im Kanton Graubünden dürfen nicht abgeschossen werden.

  • Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) hat ein entsprechendes Gesuch abgelehnt.

  • Grund: Nicht alle, der vom Kanton angegebenen gerissenen Nutztiere, waren geschützt.

Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) hat das Gesuch des Kantons Graubünden um eine Abschussbewilligung von zwei Jungwölfen aus dem Stagias-Rudel abgelehnt. Die Schäden in geschützten Nutztierherden liegen unter der Schwelle, die für einen Eingriff erreicht sein muss, heisst es in der Mitteilung des Bundes. Somit seien weniger als zehn Nutztiere in geschützten Herden gerissen worden.

Die vom Kanton angegeben gerissenen Nutztiere seien nicht alle geschützt gewesen. Das Bafu hat deshalb das Gesuch auf der Basis des Jagdgesetzes und der per Mitte Juli 2021 revidierten Jagdverordnung abgelehnt. Der Kanton kann gegen den Entscheid Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht erheben. Genehmigt hatte das Amt am 6. September hingegen das Abschussgesuch für drei Jungwölfe aus dem Beverin-Rudel.

Aktuell mindestens 13 Rudel

Die Präsenz eines Wolfspaars rund um Sedrun und Disentis deutete schon länger darauf hin, dass sich in dieser Region ein weiteres Wolfsrudel bilden wird. Im Sommer 2020 wurden drei Jungtiere beobachtet, wie das Amt für Jagd und Fischerei Graubünden mitteilte.

Aktuell leben in der Schweiz rund 130 bis 150 Wölfe und mindestens 13 Rudel, die Zahl nimmt zu. Der Bundesrat hatte mit dem revidierten Jagdgesetz eine Vorlage erarbeitet, um den wachsenden Wolfsbestand besser regulieren und so den Anliegen der Bergregionen Rechnung tragen zu können. Das revidierte Jagdgesetz wurde aber von der Schweizer Stimmbevölkerung im September 2020 abgelehnt.

Der Bundesrat hat per 15. Juli 2021 die Jagdverordnung angepasst. Dabei wurde die Schwelle für den Abschuss von Wölfen deutlich gesenkt. Gleichzeitig wurden die Voraussetzungen verbessert, um den Herdenschutz zu stärken.

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