Romanshorn TG - Junioren-Match eskaliert – Spieler ins Koma geprügelt, Zunge verschluckt
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Romanshorn TGJunioren-Match eskaliert – Spieler ins Koma geprügelt, Zunge verschluckt

Nach einem Junioren-Fussballmatch in Romanshorn TG kam es zu einer Schlägerei zwischen den Spielern. Ein Spieler blieb bewusstlos auf dem Feld liegen und musste ins Spital gebracht werden. Die Polizei ermittelt.

von
Vincent Vogler

Ein Zuschauer filmte den Schluss der Auseinandersetzung.

News-Scout

Darum gehts

  • Ein Fussballspiel der Junior League A zwischen dem FC Romanshorn und dem FC Arbon 05 artete am Montag aus.

  • Der hitzigen Stimmung während des Spiels folgten Faustschläge nach dem Abpfiff.

  • Ein Spieler des FC Romanshorn blieb bewusstlos liegen und musste ins Spital gebracht werden.

  • Die Polizei ermittelt.

«Es war von Beginn an ein hitziges Match mit vielen gegenseitigen Provokationen», sagt ein 32-jähriger News-Scout. Er war am Montagabend zufällig bei der Sportanlage Weitenzelg in Romanshorn TG und schaute sich das Fussballspiel zwischen dem FC Romanshorn und dem FC Arbon 05 als neutraler Zuschauer an.

Es war eine Ligapartie der Junior League A. Nach dem Abpfiff habe es schon die üblichen Handshakes gegeben, als die angespannte Stimmung zwischen zwei Spielern in Aggression übergeschwappt sei. Die Folge: «Es kam noch auf dem Feld zu einer Massenschlägerei, an der mehrere Spieler beider Seiten beteiligt gewesen sind», so der News-Scout. Der 32-Jährige geht davon aus, dass Provokationen den Schlägen vorausgingen. Welcher Satz das Fass zum Überlaufen brachte, weiss er nicht.

«Polizei blieb bis tief in die Nacht und führte Befragungen durch»

Die Schlägerei haben dann etwa eine Minute lang angedauert. «Sie war relativ schnell vorbei, als ein Spieler regungslos am Boden liegen blieb.» In diesem Moment hätten alle Beteiligten gemerkt, wie ernst die Situation ist. «Der Spieler war bewusstlos, blutete aus dem Mund und verschluckte dabei noch seine Zunge, die ihm ein Kollege aus dem Hals holen musste – wir waren alle schockiert», blickt der 32-Jährige zurück.

Danach seien auch noch die Fans aufs Feld gestürmt. Zu körperlichen Auseinandersetzungen sei es aber nicht mehr gekommen. «Es wurden allerdings einige Drohungen ausgetauscht.» Kurze Zeit später seien dann mehrere Krankenwagen und Polizeiautos vorgefahren. Der verletzte Spieler sei ins Spital gebracht worden. «Die Polizei blieb bis tief in die Nacht vor Ort und führte Befragungen durch», schildert der Zuschauer.

Teams vorerst gesperrt

Die Kantonspolizei Thurgau bestätigt den Einsatz auf Anfrage: «Kurz nach 22 Uhr kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen den Spielern zweier Fussballmannschaften», sagt Claudia Brunner, Mediensprecherin der Kapo Thurgau. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte hatte sich die Situation bereits beruhigt und die Ermittlungen wurden vor Ort aufgenommen, so Brunner. Da der genaue Sachverhalt noch nicht vollständig geklärt ist, machte die Kantonspolizei Thurgau keine weiteren Angaben.

Auch der Ostschweizer Fussballverband (OFV) hat Kenntnis von dem Fall: «Es läuft ein Verfahren gegen die beiden Vereine», sagt Stefan Häuselmann, Präsident des OFV. Die beiden Vereine müssen dem Verband bis zum kommenden Montag eine Stellungnahme zukommen lassen. «Die Mannschaften sind vorerst gesperrt, bis alle Untersuchungen abgeschlossen sind», erklärt Häuselmann. Am Dienstag werde die Wettbewerbskommission ein Urteil fällen und allfällig Konsequenzen aussprechen.

«Es war keine Massenschlägerei»

Anton Landolt, Juniorenobmann des FC Romanshorn, relativiert den Vorfall: «Es handelte sich nicht um eine Massenschlägerei, wie es Aussenstehende erzählen.» Der Konflikt habe sich schon nach etwa 20 Sekunden gelegt und nachdem der Spieler verletzt wurde, haben sich die beiden Teams solidarisch zusammengetan, um ihm zu helfen. «Es wäre falsch, wenn man die Schuld pauschal allen in den Vereinen zuschreibt, es waren wahrscheinlich einzelne Personen, denen die Sicherung durchgebrannt ist», so Landolt. Zudem möchte er die Aussagen des Schiedsrichters zurückweisen, der die Auseinandersetzung in seinem Rapport sinngemäss als «Schlacht» bezeichnet habe. Der ganze Verein ist schockiert über das Geschehene und versuche nun herauszufinden, wie es genau dazu kam. «Es könnte noch interne Konsequenzen geben», so Landolt.

20 Minuten konnte am Freitag keine Mitarbeitenden des FC Arbon 05 für eine Stellungnahme erreichen.

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