Aktualisiert 03.11.2009 22:04

BaselJuniorentrainer hatte Sex mit 15-Jähriger

Ein 29-jähriger Juniorentrainer stand am Dienstag vor dem Strafgericht: Trotz einschlägiger Vorstrafe hatte er mit einer Juniorin Sex. Der Mann arbeitet nun bei einem anderen Klub weiter.

von
Anna Luethi

«Sie nahmen Ihre Verantwortung überhaupt nicht wahr», so der Gerichtspräsident zum ­Angeklagten. Dieser musste sich wegen sexuellen Handlungen mit einem Kind verantworten – einer damals 15-jährigen C-Juniorin. In «beidseitigem Einverständnis» war es im ­Januar 2009 zu ungeschütztem Sex gekommen. Die Eltern des Mädchens zeigten den ­Basler an. Sein Fussballklub suspendierte ihn, die Leitung sagte aber aus, er kümmere sich «übervor­sorglich» um die Juniorinnen. Der An­geklagte ist ­bereits vorbestraft, weil er mit 23 eine längere Beziehung mit einer Minderjährigen hatte.

Das Basler Strafgericht verurteilte den Mann nun zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten bedingt auf fünf Jahre. Zudem muss er eine Therapie – machen. Seine Tätigkeit als Trainer will er nicht aufgeben und ist nun bei einem anderen städtischen Verein tätig, allerdings mit ­Knaben.

Bei der Fachstelle Mira, die Freizeit­organisationen in der ganzen Schweiz bei der Prävention ­sexueller Ausbeutung unterstützt, ist man entsetzt: «Das ist grotesk – einem solch uneinsich­tigen Mann sollte die Arbeit mit Jugendlichen untersagt ­werden», sagt Co-Leiterin Chris­tiane Weinand. Bei Wieder­holungstätern müsse

die Justiz einen Schritt weiter gehen. «Werden therapeutische Massnahmen verordnet, besteht die Annahme, dass der Mann pädosexuelle Neigungen hat», so Weinand. Zudem sollte es zur Qualitätssicherung jedes Klubs gehören, Referenzen einzu­holen: «Die Vereine haben eine Schutzaufgabe.»

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