Junta setzt Verhaftungswelle fort
Aktualisiert

Junta setzt Verhaftungswelle fort

Ungerührt von der internationalen Empörung über die jüngsten Verhaftungswellen in Burma setzt die Militärjunta ihren Rachefeldzug gegen Demonstrationsteilnehmer fort. Erneut wurden 78 «Anstifter» der friedlichen Proteste festgenommen.

Dies berichtete das Staatsorgan «Neues Licht von Burma» am Sonntag. Unter burmesischen Reportern, die für internationale Medien über die Proteste berichtet haben, geht die Angst um. Weil sämtliche Leitungen abgehört werden, trauen sich viele nicht mehr, telefonische Auskünfte zu geben.

Nach Angaben der Staatszeitung wurden 2700 Menschen festgenommen, seit die Armee vor elf Tagen mit Tränengas, Schlagstöcken und Maschinengewehren auf die Demonstranten losging und die Protestbewegung niederschlug.

Darunter waren nach diesen Angaben 533 Mönche, die die Protestbewegung Ende September gestartet hatten. Auf dem Höhepunkt demonstrierten 100 000 Mönche und Zivilisten gegen das diktatorische Regime.

1600 der Festgenommenen seien wieder auf freiem Fuss, darunter 400 Mönche, behauptet die Zeitung. Das ist nicht nachzuprüfen, weil niemand Zugang zu den Internierungslagern hat.

Dissidenten und Diplomaten sind überzeugt, dass auch die Zahl der Toten deutlich höher liegt als bislang eingeräumt. Das Regime spricht von zehn, doch gehen andere von bis zu 200 Toten aus. Dissidenten haben von Masseneinäscherungen berichtet. (sda)

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