11.01.2019 05:51

LuzernJuso fordert Gratis-ÖV für alle unter 25 Jahren

Weil für viele Jugendliche ein ÖV-Abo zu teuer sei, soll der öffentliche Verkehr für unter 25-Jährige gratis werden: Mit dieser Forderung geht die Juso in den Wahlkampf.

von
gwa
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«Trotz Vergünstigungen bei ÖV-Abos werden viele Jugendliche von ihren Eltern dafür finanziell unterstützt. Die Abos sind für viele schlichtweg zu teuer», sagt Jonas Ineichen, Vizepräsident der Juso Kanton Luzern.

«Trotz Vergünstigungen bei ÖV-Abos werden viele Jugendliche von ihren Eltern dafür finanziell unterstützt. Die Abos sind für viele schlichtweg zu teuer», sagt Jonas Ineichen, Vizepräsident der Juso Kanton Luzern.

20 Minuten/mme
«Ein Auto können sich nur wenige leisten.» Deshalb fordert die Juso Gratis-ÖV für alle unter 25-Jährigen.

«Ein Auto können sich nur wenige leisten.» Deshalb fordert die Juso Gratis-ÖV für alle unter 25-Jährigen.

mme
Mit Plakaten an Bushaltestellen und Bahnhöfen machen die Jungsozialisten auf ihre Forderung aufmerksam.

Mit Plakaten an Bushaltestellen und Bahnhöfen machen die Jungsozialisten auf ihre Forderung aufmerksam.

Juso Kanton Luzern

«Jungen Menschen fehlt es oft an Ressourcen und Möglichkeiten», sagt Jonas Ineichen, Vizepräsident der Juso des Kantons Luzern. Deshalb sei es wichtig, dass man ihnen solche gratis zur Verfügung stelle. Aus diesem Grund setzt sich die Juso «für kostenfreien öffentlichen Verkehr für alle unter 25 Jahren» ein, wie die Partei am Donnerstag mitteilte.

Die Jungpartei hat kürzlich an diversen Bushaltestellen und Bahnhöfen Plakate mit ihrer Forderung angebracht. «Eines unserer Hauptziele ist es, dass die Jugendlichen im Kanton Luzern selbstständiger und autonomer werden», sagt Ineichen.

«Wir wollen einen zukunftsfähigen Kanton, in dem nicht überall gespart wird.»

«Trotz Vergünstigungen bei ÖV-Abos werden viele Jugendliche von ihren Eltern dafür finanziell unterstützt. Die Abos sind für viele schlichtweg zu teuer», sagt Ineichen. «Und ein Auto können sich nur wenige leisten.» Deshalb wolle sich die Partei im Kantonsrat dafür einsetzen, sollte sie bei den Wahlen am 31. März erfolgreich sein.

Wie viel Geld der Gratis-ÖV kosten würde, sei schwierig zu beziffern. «Natürlich kostet das Geld», sagt Ineichen. Er sieht das Problem bei der kantonalen Finanzpolitik: Ein ständiger Abbau sei für die Entwicklung des Kantons ungesund. «Wir wollen einen zukunftsfähigen Kanton, in dem nicht überall gespart wird.»

«Auch der öffentliche Verkehr muss seinen Preis haben.»

Dem könne man etwa mit einer Erhöhung der Gewinnsteuer für Unternehmen entgegenwirken. Diese waren 2012 halbiert worden, seither gab es im Kanton immer wieder Sparmassnahmen. Hätte der Kanton eine gesündere Finanzpolitik, sei die Frage nach der Finanzierung auch viel einfacher, so Ineichen.

«Es ist prüfenswert, ein solches System für Jugendliche einzuführen» findet Michael Töngi, Präsident der Luzerner Sektion des Verkehrs-Clubs der Schweiz (VCS). Er verweist aber auch auf Vergünstigungen, die bereits existieren – wie etwa Schülerabos oder das Gleis-7-Abo für unter 25-Jährige. Forderungen nach Gratis-ÖV habe der VCS noch nie unterstützt: «Auch der öffentliche Verkehr muss seinen Preis haben.»

Es ist nicht das erste Mal, dass sich die Juso für Gratis-ÖV einsetzt. So hatte die Partei etwa in der Stadt St. Gallen eine Initiative mit der gleichen Forderung lanciert. 2012 wurde diese jedoch abgelehnt. 2017 gab es solche Forderungen auch auf nationaler Ebene.

Neben der Forderung nach kostenlosem ÖV will sich die Juso auch für Zwischennutzungen von ungenutzten Gebäuden und für ein neues und unabhängiges Kulturzentrum für Jugendliche einsetzen.

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