Stadt Zürich: Juso-Initiative «Züri autofrei» eingereicht
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Stadt ZürichJuso-Initiative «Züri autofrei» eingereicht

Zürich ohne motorisierten Individualverkehr. Das will die neue Juso-Initiative. Mehr als 3700 Unterschriften sind zusammengekommen.

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tür
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Das soll laut der neuen Juso-Initiative dereinst dauerhaft Realität sein: Autofreie Strassen in der Stadt Zürich wie hier der Rosengarten anlässlich des 35. Betriebsjahres der Westtangente im Jahr 2007.

Das soll laut der neuen Juso-Initiative dereinst dauerhaft Realität sein: Autofreie Strassen in der Stadt Zürich wie hier der Rosengarten anlässlich des 35. Betriebsjahres der Westtangente im Jahr 2007.

Keystone/Walter Bieri
Die Juso-Aktivisten bei ihrem Umzug in der Stadt Zürich anlässlich der Einreichung der Unterschriften für ihre Initiative «Züri autofrei» am Dienstag, 8. August 2017.

Die Juso-Aktivisten bei ihrem Umzug in der Stadt Zürich anlässlich der Einreichung der Unterschriften für ihre Initiative «Züri autofrei» am Dienstag, 8. August 2017.

Juso Stadt Zürich
Mehr als 3700 Unterschriften wurden gesammelt.

Mehr als 3700 Unterschriften wurden gesammelt.

Juso Stadt Zürich

Mehr als 3700 Unterschriften hat die Juso Stadt Zürich in den vergangenen Monaten für ihre kommunale Initiative «Züri autofrei» gesammelt. Diese soll das Stadtgebiet vom motorisierten Individualverkehr befreien.

Nach einem Umzug durch die Innenstadt reichten rund zwei Dutzend Aktivisten die Initiative am Dienstagnachmittag beim Stadthaus ein. Die Unterschriften und die Gültigkeit der Initiative werden nun überprüft.

«Wir wollen eine Stadt für Menschen statt für Autos»

Grund für die Initiative: ÖV und Velo würden oft benutzt. Dazu komme, dass die Strassen und Parkplätze viel Platz einnehmen und so die Lebensqualität in der Stadt vermindern würden.

«Wir wollen eine Stadt für Menschen statt für Autos», wird Nicola Siegrist, Co-Präsident der Juso, in einer Medienmitteilung vom Mittwoch zitiert. «Eine Stadt mit Raum für nachhaltigen Verkehr und fürs Zusammenleben.» Dazu sollten entsprechende Alternativen gefördert werden. In den kommenden Monaten möchte die Juso mit ihrer Idee auf verschiedene Organisationen und Parteien zugehen.

Im Kern sei die Initiative utopisch, «nichtsdestotrotz stösst sie eine wichtige Diskussion an: Wie soll die lebensfreundliche Stadt von morgen aussehen?», sagt Thomas Sauter-Servaes, Mobilitätsforscher an der ZHAW, zu 20 Minuten. Das Umsetzen einer solchen Idee benötige jedoch ein Umdenken der Bürger. Er spricht sich klar für eine solche Veränderung aus: «Je früher eine Transformation zu einer nachhaltigeren Mobilitätsgestaltung eingeleitet wird, umso besser.»

Das Ziel müsse aber sein, nicht mit kurzfristigen Fahrverboten reagieren zu müssen, sondern die Mobilität langfristig aktiv zu gestalten. «Es geht also nicht um «autofrei», sondern um eine sinnvolle Neuverteilung der vorhandenen Strassenfläche zur Verlagerung des Verkehrs auf umweltfreundliche Alternativen», so Sauter-Servaes. «Nur wer Velo- und Fussgängerinfrastruktur säht, wird einen lebensfreundlichere Stadtverkehr ernten». Für Rettungsdienste und Gewerbefahrzeuge müssten flexible Lösungen gesucht werden, dies würde aber kein Problem darstellen.

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