18.01.2019 09:49

Juso-AktionJuso kippen 500 Liter Müll bei Glencore aus

Die Juso verleihen Glencore den «Schmutzfink-Award». Dafür sammelten die Aktivisten in Zug Abfall. Der Rohstoffhändler reagiert gelassen.

von
eke
1 / 7
Juso-Mitglieder kippen Müll vor den Firmensitz von Glencore in Baar ZG. Sie wollen auf Umweltprobleme bei der Rohstoffgewinnung aufmerksam machen.

Juso-Mitglieder kippen Müll vor den Firmensitz von Glencore in Baar ZG. Sie wollen auf Umweltprobleme bei der Rohstoffgewinnung aufmerksam machen.

Die Juso Schweiz übergeben den «Schmutzfink-Award» an Glencore.

Die Juso Schweiz übergeben den «Schmutzfink-Award» an Glencore.

Quelle: Juso
Für die Aktion haben die Aktivisten mehrere Tage lang Abfall aufgelesen und gesammelt.

Für die Aktion haben die Aktivisten mehrere Tage lang Abfall aufgelesen und gesammelt.

Mitglieder der Juso haben am Donnerstagnachmittag vor dem Firmensitz von Glencore in Baar ZG eine Ladung Abfall deponiert. Sie wollen damit gegen die Aktivitäten des Rohstoffgiganten im Ausland aufmerksam machen.

Die Präsidentin der Juso, Tamara Funiciello, erklärt die Aktion: «Wir haben auf Social Media einen Wettbewerb durchgeführt, bei dem wir das dreckigste Unternehmen der Schweiz küren wollten. Glencore landete auf dem ersten Platz.» Anlässlich der Übergabe des «Schmutzfink-Awards» leerten die Jungsozialisten mehrere Hundert Liter Müll vor dem Hauptsitz aus. «Aktivisten haben über mehrere Tage in Zug Abfall vom Boden aufgelesen und gesammelt.»

Abfall wieder eingepackt

Um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen, würden Funiciello und ihre Mitstreiter sogar eine Busse in Kauf nehmen: «Wir sind uns der möglichen Konsequenzen bewusst. Aber wir kuschen nicht. Die Sache ist es wert.» Doch ob es so weit kommt, ist fraglich, denn der Abfall wurde von den Protestierenden wieder mitgenommen und entsorgt. «Wir wollten zeigen, dass wir im Gegensatz zu Glencore unseren Müll wegräumen», sagt die Juso-Präsidentin.

Weshalb hat Glencore aus Sicht der Juso den «Preis» verdient? «Das Unternehmen kauft zum Beispiel marode Kupferminen, ohne diese auf den modernsten Stand zu bringen. Darunter leidet die Umwelt in den entsprechenden Ländern», sagt Funiciello.

«4 Milliarden Dollar investiert»

Diese Anschuldigungen seien nicht korrekt, entgegnet Sarah Antenore, Mediensprecherin von Glencore. Glencore investiere viel Geld in die Modernisierung ihrer Minen: «In Mopani in Sambia zum Beispiel haben wir über 4 Milliarden Dollar investiert, um die Betriebe zu modernisieren und stabile und hochwertige Arbeitsplätze zu schaffen. In der Demokratischen Republik Kongo belaufen sich die Investitionen auf über 6,5 Milliarden US-Dollar.»

Glencore fördere die Rohstoffe, die für das tägliche Leben notwendig seien, auf verantwortungsvolle Weise. «Wir halten uns an internationale Standards und bemühen uns, unsere potenziellen Auswirkungen auf die Umwelt und die Gemeinden zu verstehen und so gering wie möglich zu halten.»

Vor einigen Tagen war der Schweizer Aussenminister Ignazio Cassis nach Sambia gereist, wo er die Mopani-Kupfermine besuchte. Diese gehört einer Tochterfirma von Glencore. Cassis lobte auf Twitter die Bemühungen zur Modernisierung der Anlagen und zur Ausbildung junger Leute – und wurde deswegen scharf kritisiert.

Juso wollten nicht mit Glencore reden

Zur Juso-«Auszeichnung» sagt Glencore-Sprecherin Antenore: «Wir haben den gerahmten Ausdruck entgegengenommen und ihnen ein Gespräch angeboten. Ein offener und konstruktiver Dialog mit allen unseren Anspruchsgruppen ist uns wichtig. Die Juso haben ein Gespräch abgelehnt.»

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.