Aktualisiert 22.12.2012 08:26

Jeder Rappen zähltJuso kritisiert Auftritt von Nestlé-Chef scharf

Am Freitagmorgen ist Nestlé-Chef Peter Brabeck bei der SRF-Sammelaktion «Jeder Rappen zählt» aufgetreten - und spendete 125'000 Franken. Die Juso ruft zum Protest auf.

von
bat

Juso-Präsident David Roth spricht deutliche Worte: «In Anbetracht der Bestrebungen von Nestlé bezüglich Wasserprivatisierung kommt das einer Prostitution gleich.» Denn heute Morgen ist Nestlé-Chef Peter Brabeck bei der SRF-Spendenaktion «Jeder Rappen zählt» aufgetreten und hat dafür 125'000 Franken gespendet, die von Nestlé-Angestellten gespendet wurden.

Juso will gleiche Plattform kriegen

Die Juso fordert von JRZ eine klare Distanzierung von Nestlés Plänen, die Ablehnung des Geldes sowie die Möglichkeit, in gleichem Umfang ihre Haltung zu begründen. «Es kann nicht sein, dass bei SRF jene Leute eine Plattform für ihre Botschaften bekommen, die sich diese erkaufen können», sagt Roth. Heute Abend um 18 Uhr will die Juso deshalb vor der Glasbox gegen Brabeck mit Transparenten protestieren.

Nicht nur die Juso regt sich über den Auftritt von Peter Brabeck auf. Auch auf Twitter machte die Nachricht schnell die Runde, was zu vielen kritischen Äusserungen führte. Das SRF sagt zu Brabecks Auftritt: «SRF hat Peter Brabeck eingeladen, weil er als VR-Präsident von Nestlé einen grossen Bezug zum diesjährigen Spendenthema hat», so Robert Ruckstuhl, Programmleiter Radio. «Jeder Rappen zählt» sammle dieses Jahr für freie Wasserzugänge und hinterfrage Nestlés Wasserpolitik durchaus kritisch. «‹Jeder Rappen zählt› lädt während der Spendenwoche auch fünfzehn Hilfswerke ein, die ihre Projekte und Anliegen zum Thema Wasser vorstellen», sagt Ruckstuhl.

Das Motto der diesjährigen «Jeder Rappen zählt»- Aktion lautet «Jeder Tropfen zählt». Das gesammelte Geld soll Menschen in Entwicklungsländern den Zugang zu Trinkwasser sichern und helfen, die hygienischen Bedingungen vor Ort zu verbessern.

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