Aktualisiert 06.04.2019 16:00

Überraschender AbgangJuso-Präsidentin Funiciello tritt zurück

Nach drei Jahren gibt Tamara Funiciello die Leitung der Juso überraschend ab. Im Herbst will sie für den Nationalrat kandidieren.

von
doz
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Tamara Funiciello (29) ist am 6. April 2019 überraschend als Juso-Chefin zurückgetreten. «Es ist Zeit, einen Schritt weiterzugehen», sagt sie gegenüber dem «Tages-Anzeiger».

Tamara Funiciello (29) ist am 6. April 2019 überraschend als Juso-Chefin zurückgetreten. «Es ist Zeit, einen Schritt weiterzugehen», sagt sie gegenüber dem «Tages-Anzeiger».

Keystone/Peter Schneider
Funiciello war vor ihrer Wahl zur Präsidentin der Juso Schweiz Vorstandsmitglied der vorsitzlosen Stadtberner Juso, Präsidentin der Juso Kanton Bern und der den Sandinisten nahestehenden Hilfsorganisation JuBria.

Funiciello war vor ihrer Wahl zur Präsidentin der Juso Schweiz Vorstandsmitglied der vorsitzlosen Stadtberner Juso, Präsidentin der Juso Kanton Bern und der den Sandinisten nahestehenden Hilfsorganisation JuBria.

Keystone/Peter Klaunzer
Am 18. Juni 2016 erreichte sie im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit als vierte und erste weibliche Präsidentin seit dem sogenannten Jahr der neuen Juso.

Am 18. Juni 2016 erreichte sie im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit als vierte und erste weibliche Präsidentin seit dem sogenannten Jahr der neuen Juso.

Keystone/urs Flueeler

Juso-Präsidentin Tamara Funiciello tritt überraschend zurück. «Es ist Zeit, einen Schritt weiterzugehen», sagt die 29-Jährige gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Sie mache diese Arbeit nun seit drei Jahren und werde auch nicht jünger.

Die Anfeindungen der Öffentlichkeit haben laut Funiciello nicht zum Entscheid zum Rücktritt beigetragen. Natürlich hinterlasse es Spuren, die meistgehasste Person der Schweiz zu sein. Sie habe aber stets auch viel Unterstützung bekommen. Darüber sei einfach nicht so viel geredet worden.

«Noch mehr fluchen»

Für die Zukunft hat sie Pläne. Im Herbst will sie auf der SP-Liste für den Nationalrat kandidieren. Gezähmt will sie dann aber auch nicht auftreten. «Wenn die Mehrheitsverhältnisse im Nationalrat so bleiben, werde ich noch viel mehr fluchen», sagt sie.

Funiciello hat die Gemüter der Schweiz stets polarisiert. Als sie ihre Kritik am Song «079» von Lo & Leduc äusserte, erhielt sie viele Hasskommentare. Sie ist mit ihrer Arbeit als Juso-Präsidentin aber zufrieden: «In Bern, Luzern, Zug, Graubünden, Zürich, Baselland – da haben wir viel bewegt. Ich habe mitgeholfen, das Frauennetzwerk in und ausserhalb der Partei auszubauen, diese Woche haben wir die 99-Prozent-Initiative eingereicht und jetzt – als letztes Projekt meiner Präsidentschaft – gehen wir die Sache der reduzierten Arbeitszeit an.»

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